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Eine Kampagne für das Grundgesetz
Landtagspräsidentin Muhterem Aras. Foto: dpa
Verfassung

Eine Kampagne für das Grundgesetz

Landtagspräsidentin Aras will die Grundlage der Demokratie wieder stärker ins Bewusstsein rücken.

08.11.2016
  • LSW

Stuttgart. Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) will die Bürger mit einer Kampagne zu den Grundwerten aufrütteln. „Die Deutschen neigen dazu, auf höchstem Niveau zu jammern – obwohl wir mit dem Grundgesetz eine der besten, vielleicht sogar die beste Verfassung der Welt haben“, sagte Aras jetzt in Stuttgart.

Die Deutschen könnten stolz auf ihr Land und dessen ethisches Fundament sein. „Je länger ich in diesem Land lebe, je mehr ich mich engagiere, umso mehr liebe ich dieses Land und umso dankbarer bin ich, dass ich in diesem Land aufwachsen durfte“, sagte die türkischstämmige Politikerin. „In wie vielen Ländern dieser Erde könnte ich mit meiner Biografie Parlamentspräsidentin sein?“, fügte die 50-Jährige hinzu, die als Kind mit ihren Eltern aus Anatolien nach Deutschland gekommen war.

An der Kampagne beteiligen sich laut Aras neben Politikern auch Kirchenvertreter, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten und Sportler. Auch junge Menschen und verschiedene Religionsgemeinschaften sollen mit einbezogen werden. Nach dem Auftakt im Stuttgarter Landtag Anfang nächsten Jahres sollen im ganzen Land und über die gesamte Legislaturperiode verteilt Veranstaltungen zum Thema Grundwerte stattfinden.

Während des Landtagswahlkampfs im Frühjahr dieses Jahres sei ihr bewusst geworden, dass viele Menschen die materiellen und immateriellen Errungenschaften dieser Demokratie nicht schätzten, erzählte Aras. Deshalb sei sie auf diese Idee gekommen, für die ihr kein Vorbild in anderen Bundesländern bekannt sei, sagte die Stimmenkönigin ihrer Partei, die am 13. März in ihrem Stuttgarter Wahlkreis 42,5 Prozent erreicht hatte.

Der 23. Mai muss nach Überzeugung von Aras als Tag der Verfassung mehr in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden. An diesem Tag im Jahr 1949 wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verkündet. Alle Menschen müssten sich für den Erhalt dieser Werte, insbesondere für Unantastbarkeit der Menschenwürde, Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit sowie Gleichberechtigung von Mann und Frau, einsetzen.

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08.11.2016, 06:00 Uhr

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