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Eine Trümmerlandschaft
Sonnenuntergang über der am schwersten beschädigten Stadt in Ecuador, Pedernales. Hier steht kaum ein Stein auf dem anderen. Foto: afp
Das Erdbeben in Ecuador trifft vor allem arme Regionen

Eine Trümmerlandschaft

Wie Kartenhäuser sind viele Gebäude in Ecuador eingestürzt. Das Erdbeben der Stärke 7,8 hat aus manchen Gegenden eine Trümmerlandschaft gemacht. Von allen Seiten kommt Hilfe. Aber auch Kriminelle.

19.04.2016
  • TOBIAS KÄUFER (MIT AFP)

Esmeralda. Es kommt auf jede Stunde an: "Erste Priorität ist es, Menschenleben zu retten", sagt Ecuadors Präsident Rafael Correa den Rettungskräften des südamerikanischen Landes. Der Linkspolitiker ist direkt aus dem Vatikan von einem Treffen mit Papst Franziskus ins Katastrophengebiet geeilt, um den Menschen Mut zu machen.

Correa war nicht im Land, als die Erde rund um Esmeralda bebte: "Wir erleben die größte Tragödie seit mehr als 67 Jahren", gibt er in Portoviejo zwischen Trümmern und Rettungskräften sichtlich erschüttert zu Protokoll.

Mit 7,8 auf der Richterskala hat Ecuador eines der schwersten Erdbeben seit Jahrzehnten erlebt. Wissenschaftler warnen seit Jahren vor den Konsequenzen eines schweren Erdstoßes, denn Ecuador liegt am Rande des pazifischen Feuerringes.

Weil es eine eher ärmere Region des Landes traf, sind die Opferzahlen hoch. Viele Gebäude verfügen nicht über Erdbebenschutz und stürzten ein wie Kartenhäuser. Mehr als 350 Tote haben die Behörden bislang gezählt, die Zahl könnte weiter steigen. Wie viele der über 2500 Verletzten in Lebensgefahr schweben, ist noch unbekannt.

Es gibt auch gute Nachrichten. Die Tageszeitung "El Universo" berichtet, dass in Tarqui vier Menschen lebend aus den Trümmern geborgen werden konnten. Die Meldung verbreitete sich in den Sozialen Netzwerken rasend. Überhaupt hatte Facebook mit der Einrichtung eines "Ich bin in Sicherheit"-Dienstes schon Stunden nach dem Beben schnell reagiert. Die kolumbianische Fluglinie Avianca half unbürokratisch beim Transport von Verletzten in die Hospitäler von Guayaquil.

Fast einen ganzen Tag dauerte es, bis die ganze Dimension des Erdbebens deutlich wurde, weil Städte und Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten waren. Erst mit Verzögerung sendeten die Medien Bilder von der Verwüstung und Zerstörung. Teile Ecuadors gleichen einer Trümmerlandschaft.

Venezuela und Kolumbien engagieren sich in der Nothilfe besonders. Die Regierung und Hilfsorganisationen bitten um Spenden. Andererseits werden Transporte mit Medikamenten und Nahrung überfallen. Die Regierung schickt 14 000 Soldaten und Polizisten in die Region, gegen Räuber und Plünderer. Und sie sollen beim Aufbau helfen.

Auch im Südwesten Japans werden Überlebende der zwei Erdbeben gesucht, die am Donnerstag (6,2) und Samstag (7,0) zahlreiche Häuser zum Einsturz gebracht haben. Die Suchtrupps konzentrierten sich auf die Ortschaft Minami-Aso auf der Insel Kyushu. Die Erdbeben haben mindestens 42 Menschen das Leben gekostet.

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19.04.2016, 06:00 Uhr

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