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Zur Beschneidungsdebatte

Eine Verdichtung

Zur Beschneidungsdebatte

01.08.2012

Um den zwingenden Charakter und die Bedeutung der Beschneidung zu verstehen, muss man sich um die unbewussten Anteile bemühen. Sie stellen eine Verdichtung von „archaischer Erbschaft“, kollektivem Gedächtnis und individueller Erfahrung dar (siehe Sigmund Freud, 1939, „Der Mann Moses und die monotheistische Religion“: „(Aber davon) die gegenwärtige Einstellung der biologischen Wissenschaft . . . nichts wissen will“).

Ich denke, bei der Beschneidung verbindet sich diese archaische Erbschaft mit dem Trauma der Jahrtausende alten jüdischen Verfolgungs- und Vernichtungsgeschichte zu einer körperlichen „Erinnerungsspur“: Die Beschneidung garantiert einerseits für die religiösen Juden einen transzendenten Schutz; aber auch für die nicht religiösen Juden ist sie das sichtbare Zeichen fur die jüdische Identität und die Zugehörigkeit und enge Verbundenheit mit der Familie und allen Juden auf der Welt.

Andererseits entlastet die körperliche Einschreibung den seelischen Innenraum vom Trauma in dem Sinne, dass nun der Körper die Verletzung und die drohende Vernichtung in sich birgt: der seelische Schmerz ist schlimmer als der körperliche.

Christa Maria Burr, Hemmendorf

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01.08.2012, 12:00 Uhr

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