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Händler-Rekord bei der 9. Tübinger Chocolart

Eine Woche Schoko-Metropole / Gut ein Drittel der Schokolade ist fair

Was haben Lisa Federle und Hermann Hesse gemeinsam? Es gibt sie jetzt als Schoko-Lolli. Und zwar ab kommenden Dienstag am Chocolart-Stand der Evangelischen Schulseelsorge – bei der neunten Ausgabe des größten deutschen Schoko-Marktes, zu dem wieder mehr als eine Viertelmillion Besucher/innen erwartet werden.

25.11.2014
  • Volker Rekittke

Tübingen. Auf der letztjährigen Chocolart waren die „Süßen Tübinger Köpfe“ ein echter Renner: Die 700 Schoko-Schlotzer mit sechs von TAGBLATT-Karikaturist Sepp Buchegger gestalteten Tübinger Berühmtheiten waren ratzfatz ausverkauft. Besonders gut gingen die Palmer-Lollies. Diesmal hat Schuldekan Hans-Joachim Heese gleich 3000 Tübinger Köpfe bei der integrativ arbeitenden Schokomanufaktur Samocca bestellt. Die Evangelische Schulseelsorge Tübingen ist erneut Sozialpartner der Chocolart.

Auf der werden diesmal hundert Chocolatiers aus mehr als zehn Ländern – ein Viertel davon ist zum ersten Mal dabei – Schokoladiges aus aller Welt feilbieten: Rekord. Der Anteil der Stände mit fair gehandelter Schokolade liegt heuer bei einem starken Drittel. Das ist deutlich mehr als jene sieben Prozent Fair-Anteil auf dem deutschen Schokomarkt. In Tübingen sind viele kleinere Manufakturen vertreten, die häufig direkte Kontakte zu den Kakao-Bauern haben – darunter Bouga Cacao, Pacari QuitoBerlin, die Kallari-Genossenschaft Tübingen-Ecuador oder Original Beans, an deren Tübinger Stand diesmal der junge Kakao-Experte Jan-Marcel Schubert verkauft und informiert.

Über die Arbeitsbedingungen auf den Kakaoplantagen samt Kinderarbeit informieren Filme, die gut für Schulklassen geeignet sind. Und die Soirée Chocolat von „Fair Travel“-Gründer Jürgen Bluhm lädt im Schlatterhaus ein zu einer Zeitreise zu den mittelamerikanischen Geburtsstätten des Kakaoanbaus. Dazu gibt’s ein Schoko-Tasting und aktuelle Infos über die oft desaströsen sozialen Folgen der weltweiten Kakao-Produktion. In der Dokumentation „Die vergängliche Kunst“ schließlich wird der spanische Konditor-Künstler Paco Torreblanca porträtiert. Der Meister will sich auch persönlich auf der Chocolart umschauen.

Umschauen wollen sich in Tübingen nicht zuletzt die Insassen von wenigstens 200 Reisebussen, die Hans-Peter Schwarz („Tübingen Erleben“) erwartet. Auch über mangelnde Händler-Nachfrage – und zwar europaweit – kann sich der Chocolart-Erfinder im neunten Jahr des Marktes nicht beklagen: „Wir hatten so viele Anfragen, wir hätten doppelt so viele Altstadt-Gassen füllen können.“ Wenn es die denn geben würde. Klar ist für Schwarz: „Bei bald 300 000 Besuchern sind wir an der Grenze angelangt.“ Mehr packt die Altstadt einfach nicht, vor allem am Wochenende. Allein am Samstag werden gut 80 000 Schoko-Fans erwartet. Da dürfte es wieder so richtig eng werden. Keine schlechte Idee also, unter der Woche über den Markt zu schlendern. Schwarz: „Es geht um Genuss – und der Besuch soll ja auch Genuss bleiben.“

Damit nicht nur die Gäste mit prall gefülltem Geldbeutel all jene Köstlichkeiten – von selbstfabrizierten Tafeln aus der Ritter-Sport-Schokowerkstatt bis zu südamerikanischen Edelkakao-Kreationen – genießen können, werden wieder „Tafeln für die Tübinger Tafel“ gesammelt. Auf dem Holzmarkt können Besucher einen Teil ihres süßen Einkaufs für all die Tübinger/innen spenden, denen es finanziell nicht so gut geht.

Eine Woche Schoko-Metropole / Gut ein Drittel der Schokolade ist fair
Einen rappelvollen Marktplatz erwarten die Veranstalter vor allem am Chocolart-Samstag. Dann ist zugleich lange Einkaufsnacht.Archivbild: Metz

Eine Woche Schoko-Metropole / Gut ein Drittel der Schokolade ist fair

Die 9. Tübinger Chocolart wird von OB Boris Palmer am Dienstag, 2. Dezember, um 13 Uhr auf dem Marktplatz eröffnet. Von Mittwoch, 3., bis Freitag, 5. Dezember, ist der Schoko-Markt von 10 bis 20 Uhr geöffnet, am Samstag, bei der langen Einkaufsnacht des Einzelhandels, bis 23 Uhr. Am Sonntag, 7. Dezember, verkaufen die Händler von 11 bis 19 Uhr. Die Veranstalter empfehlen vor allem am Wochenende die Anreise mit Bus und Bahn. Mit einem SVT-Tagesticket können bis zu fünf Personen für 6,50 Euro im Stadtverkehr fahren.

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25.11.2014, 12:00 Uhr

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