Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Eine halbe Million für einen Achtzigerjahre-Audi
Sebastian Hoffmann zeigt an dem alten BMW, auf was zu achten ist. Foto: Uwe Roth
Viel Geld für kantige Klassiker

Eine halbe Million für einen Achtzigerjahre-Audi

Bei den Retro Classics rücken die Autos der 1980er Jahre in den Blickpunkt. Unterschiede bei Preisen oft unerklärbar.

26.03.2018
  • Uwe Roth

Stuttgart. Die 80er sind in der Oldtimer-Community angekommen. Überall waren die kantigen Automobilklassiker in den vergangenen Tagen bei der Retro Classics, weltgrößten Oldtimer-Messe zu sehen. 30 Jahre danach ist die Optik dieser Autos gewöhnungsbedürftig wie ein Jackett mit Schulterpolster aus dieser Zeit. Doch die Wertsteigerung solcher auch Neoclassics genannten Automobile scheint viel höher zu sein als die alten Textilien. In Halle zehn der Stuttgarter Messe stand beispielsweise ein Audi Quattro Sport, Baujahr 1985 zum Verkauf – für 529.999 Euro. Der Anbieter versicherte, dieser Wagen sei einer von 18 gebauten dunkelblauen Versionen mit gerade einmal 11.883 Kilometer auf dem Tacho. Ein Niederländer wollte für einen Volkswagen T3 Syncro, Baujahr 1989, 38.700 Kilometer, knapp 100.000 Euro.

Insgesamt 140.000 Quadratmeter waren auf der Messe für die Oldtimer reserviert. Laien konnten die Schönheit der Wagen bewundern, doch nicht unbedingt nachvollziehen, warum für zwei ähnlich ausschauende Autos eine fünfstellige und eine sechsstellige Summe verlangt wurden. Solche motorisierten Schätzchen seien eine gute Geldanlage, hieß es von allen Seiten.

Wem der fachliche Blick fehlt, sollte einen Gutachter zu Rate ziehen oder das „Institut für automotive Forensik“ aufsuchen. Sebastian Hoffmann ist der Geschäftsführer. Er hat sich drauf spezialisiert, Fälschungen auf die Schliche zu kommen. Dafür hat er eine Ausstattung wie ein Kriminaltechniker. Auch ein mobiles Röntgengerät, wie es Veterinäre nutzen, gehört dazu. Damit lassen sich verdeckte Schäden entdecken. Bis zu 4000 Euro kostet eine Untersuchung. Er wird auch von Auktionshäusern gerufen. „Manchmal unterscheiden sich zwei Modelle nur minimal. Aber die gefälschte Bezeichnung kann den Wert eines Oldtimers um mehrere hunderttausend Euro mindern“, ist seine Erfahrung. „Ich habe jeden Tag mit Fälschungen zu tun.“ Als Anschauungsobjekt hat er sich einen BMW 328 Roadster von 1938 ausgeliehen und nach Stuttgart gebracht. Das Mobil wurde voriges Jahr in einer Scheune entdeckt.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

26.03.2018, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball