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Ferienflieger

Eine neue Airline entsteht

Teile von Airberlin und Tuifly sollen zu einem Unternehmen verschmelzen.

06.10.2016
  • AFP

Berlin. Der Markt für Ferienflieger wird ordentlich durcheinandergewirbelt: Die Touristiksparte von Airberlin soll mit Tuifly verschmolzen werden. Darüber verhandeln Airberlin, deren Hauptaktionär Etihad und die Tuifly-Mutter Tui, wie die Unternehmen gestern mitteilten. Für die angeschlagene Airberlin bedeutet das die Fortsetzung der Schrumpfkur. Das Tuifly-Management versicherte, bestehende Tarifverträge würden fortbestehen.

Der neue Verbund soll von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus „ein umfassendes Streckennetz bedienen“. Dabei sollen „das Know-how“ von Etihad sowie die „hochleistungsfähige Vertriebskapazität der Tui“ helfen.

Hintergrund der Neuordnung ist die Dauerkrise von Airberlin. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft schreibt – mit Ausnahme eines kleinen Gewinns im Jahr 2012 – seit 2008 nur rote Zahlen. Nun soll ein großer Umbau die Lösung bringen: Airberlin will seine Flotte auf 75 Maschinen halbieren und 1200 Stellen streichen.

Übrig bleibt das „Kerngeschäft“ mit 75 Maschinen, die von Berlin und Düsseldorf aus fliegen sollen. 40 Maschinen samt Personal vermietet Airberlin ab Ende März an die Lufthansa. 35 weitere Maschinen könnten nun an den neuen Ferienflieger gehen. Tuifly betreibt derzeit insgesamt 41 Flugzeuge; 14 Maschinen samt Besatzung mietet Airberlin bereits seit 2009 vom bisherigen Konkurrenten.

Umfassendes Streckennetz

Laut „Süddeutsche Zeitung“ will Tui Ende Oktober auf einer Aufsichtsratssitzung entscheiden, Tuifly auszulagern. Der Reisekonzern wolle nur noch 24,9 Prozent an seiner deutschen Fluggesellschaft halten. Mit 24,9 Prozent werde sich Etihad beteiligen. Eine Mehrheit von 50,2 Prozent solle eine österreichische Stiftung kontrollieren, damit die Verkehrsrechte des künftig in Wien ansässigen Unternehmens gewahrt blieben.

Tuifly bezeichnete „Gerüchte über eine Verlagerung des Sitzes“ als falsch; die Airline werde „in einem möglichen neuen Verbund als Gesellschaft erhalten bleiben“ und weiter von Hannover aus arbeiten. Als weiteres „Zugeständnis“ des Managements an die Belegschaft nannte das Unternehmen, dass bestehende Tarifverträge „unberührt bleiben“ sollen.

Seit Montag gibt es bei Tuifly und Airberlin Unregelmäßigkeiten, weil sich viele Besatzungsmitglieder kurzfristig krankmelden. Von Gewerkschaftsseite hieß es dazu, die jüngsten Gerüchte hätten bei den Mitarbeitern Ängste und Unsicherheiten ausgelöst. Gestern strich Tuifly wegen des Krankenstands 24 von 99 Flügen.

Auch auf Verbraucher könnte sich die Fusion auswirken – bei den Flugpreisen. Der Airline-Experte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Peter Berster, sagte der „Rheinischen Post“, die Partner wollten „natürlich“ höhere Ticketpreise durchsetzen. Dies werde aber „sehr schwer, weil der Wettbewerb auf vielen touristischen Strecken wie nach Mallorca weiterhin sehr groß ist.“

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06.10.2016, 06:00 Uhr

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