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Fünf Millionen für die Rathaus-Erweiterung

Eine neun Meter hohe Stützwand ist nötig

Der Rathaus-Anbau im Kreuzgässle wird immer aufwendiger. Insgesamt wird mit Kosten von über fünf Millionen Euro gerechnet.

10.11.2016
  • Ulrich Eisele

Drei Fliegen wollte der Gemeinderat mit einer Klappe schlagen: die Baulücke in der Oberen Gasse 27 und 29 füllen, mehr Platz für die Verwaltung schaffen und zusätzlich Räume für ein Familienberatungszentrum des Landkreises in Rottenburg. Beim Architektenwettbewerb siegte das Tübinger Büro Ackermann+Raff mit seinem Entwurf eines Rathaus-Anbaus für geschätzte drei Millionen Euro, der Gemeinderat erteilte dafür im Juli vergangenen Jahres einen Planungsauftrag (wir berichteten).

Mittlerweile hat sich etliches an den Plänen geändert, wie Architekt Walter Fritz am Dienstag dem Gemeinderat berichtete. Weil das Landratsamt seine Raumwünsche für das Beratungszentrum neu definiert hat, sei die ursprüngliche Stockwerks-Einteilung noch einmal „ völlig umgestapelt worden“, so Fritz. Ursprünglich sei ein offener Zugang von der Oberen Gasse mit anschließenden Beratungsräumen gewünscht worden. Nun aber laute die Vorgabe, eine große, zusammenhängende, vom Publikumsverkehr möglichst ungestörter Bürofläche herzustellen.

Oberen Gasse31 mit einbezogen

Dies sei in der bisherige Raumplanung nicht möglich gewesen. Darum habe man mit der Verwaltung den Plan entwickelt, das Gebäude in der Oberen Gasse 31 (Ordnungsamt, Bürgerbüro) in die Planung mit einzubeziehen. Die bisher vermieteten beiden oberen Stockwerke sollen „völlig entkernt“, mit dem Neubau über Durchbrüche verbunden und für die Bedürfnisse des Landratsamtes umgestaltet werden. In die unteren Stockwerke zieht nun die Stadtverwaltung, die ebenfalls einige Änderungswünsche angemeldet hat: So soll der Erdgeschoss-Bereich im Bürgerbüro und im neuen Anbau etwas großzügiger gestaltet werden, dafür der Zugang von der Oberen Gasse etwas weniger offen, um keinen „Durchgangsverkehr“ anzulocken.

Für die zusätzlichen Nutzflächen rechnet das Architekturbüro mit 637200 Euro. Für den Neubau in der Oberen Gasse kalkuliert es nach eingehender Untersuchung inzwischen mit Kosten von 3,745 Millionen Euro. Das hängt zum einen mit den gestiegenen Baukosten zusammen, zum anderen aber auch damit, dass die Baugrube mit Bohrpfählen gegen Abrutschen gesichert und eine neun Meter hohe Betonwand gebaut werden muss. Kostspielig ist auch die Gebäudetechnik, da sich „so viel umbauter Raum auf so kleiner Fläche“ (Architekt Fritz) nur schlecht belüften lässt und deshalb aufwändige Klimatechnik einzubauen ist.

Zusätzliche Wünsche hatte aber auch der Gemeinderat: So sollen künftig alle Ebenen der Rottenburger Stadtverwaltung barrierefrei zugänglich sein. Dafür müssen verschiedene Rampen zwischen Alt- und Neubau sowie ein Aufzug im rückwärtigen Teil des Historischen Rathauses gebaut werden. Kosten: rund 700000 Euro.

Fernwärme aus der Oberen Gasse

Weitere 300000 Euro kostet der Einbau eines Blockheizkraftwerkes im Gebäude Obere Gasse12 (Alte Welt), von dem aus der gesamte Rathaus-Komplex künftig mit Fernwärme versorgt werden soll. Ob die beiden letztgenannten Vorhaben in einem Zug mit dem Neubau oder zu einem späteren Zeitpunkt verwirklicht werden sollen, entscheidet der Gemeinderat im Zuge der Haushaltsberatungen. Die Frage dabei ist, ob sich die Stadt bei derzeitiger Finanzlage alles zugleich leisten kann und will oder einzelne Bauabschnitte bilden.

Die Kosten – rund 4,4 Millionen Euro ohne Rampen, Aufzug und Blockheizkraftwerk – muss die Stadt nicht alleine finanzieren: Aus dem Stadtsanierungsprogramm gibt es Zuschüsse vom Land, und die Neu- und Umbaukosten für die Obere Gasse 27 bis 31 teilen sich Stadt und Landratsamt im Verhältnis der beanspruchten Flächen untereinander.

Im Großen und Ganzen war der Gemeinderat mit den Plänen zufrieden. Kritik kam von Rainer Mozer (SPD) an der veränderten Gestaltung des Zugangs von der Oberen Gasse27/29 her. Sie sei nicht mehr so großzügig, einladend und offen, wie ursprünglich geplant, fand er. Für Besucher, die in der „Alten Welt“ parken, sei dies der „Haupteingang“, beharrte er auch gegenüber Baubürgermeister Thomas Weigel. „Wir wollen nicht, dass der Rathaus-Anbau als Durchgang zum Marktplatz fungiert“, verteidigte dieser die weniger offene Gestaltung.

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10.11.2016, 01:00 Uhr

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