Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Eine schöne Bescherung

Eine schöne Bescherung

In der Weihnachtskomödie mit ernsten Untertönen versinkt das Festtagsessen einer schwedischen Familie im Chaos.

Eine schöne Bescherung

En underbar jävla jul
Schweden 2015

Regie: Helena Bergström
Mit: Robert Gustafsson, Maria Lundquist, Anton Lundqvist

108 Min. - ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
24.09.2016
  • Klaus-Peter Eichele

  Wenn sich auf der Kinoleinwand die ganze Familie zur Weihnachtsfeier zusammenfindet, ist es mit der Besinnlichkeit meistens nicht weit her. Vielmehr sorgen verdrängte Konflikte, die im weihnachtlichen Treibhaus an die Oberfläche drängen, für Feuer unterm Christbaum.

Gastgeber ist im vorliegenden Fall der junge Schriftsteller Oscar (Anton Lundqvist), der mit seinem Freund Simon in einer schwulen Beziehung lebt. Sein Vater Ulf, ein Staatsanwalt und konservativer Knochen, hat diese Tatsache zähneknirschend akzeptiert, doch am Ort des Geschehens erwarten ihn neue Irritationen. So hat die Familie seines angehenden Schwiegersohns einen multiplen Migrationshintergrund und ist zudem eine ziemlich patchworkige Angelegenheit. Noch suspekter ist ihm die hochschwangere junge Frau, die sich mit unklarer Funktion in der Wohnung seines Sohns breitmacht.

Da sich die Geschichte im mehrheitlich toleranten Schweden zuträgt, muss Ulf (gespielt vom „Hundertjährigen“ Robert Gustafsson) seine Vorbehalte gegenüber all diesen liberalen Lebensentwürfen im Zaum halten – was ihm mit steigendem Alkoholpegel jedoch immer schwerer fällt. Doch auch bei der unvermeidlichen Eskalation bleiben die ideologischen Gegensätze diesseits der Zerrüttungs-Schwelle, so dass Regisseurin Helena Bergström primär deren komische Aspekte ins Zentrum rücken kann.

Parallel zu diesem Hauptstrang hält die Filmemacherin ein halbes Dutzend weiterer zwischenmenschlicher Fehden am Köcheln, die über dekorativen Zierrat aber nicht hinauskommen. Und um am Ende doch noch die Kurve zur Besinnlichkeit zu kriegen, muss sie tief in die Kiste mit den Kinoklischees greifen. Die Freude an diesem ansonsten recht glaubhaft angelegten und gut gespielten Heiligabend-Scharmützel wird dadurch doch etwas getrübt.

Gleichwohl gedieh der vom Tübinger Arsenal-Verleih in die deutschen Kinos gebrachte Film in Schweden zum Blockbuster, der im Vorjahr nur Bond, Star Wars und den Minions den Vortritt lassen musste.

Auch in Schweden gibt’s Homophobe. Aber nicht so schlimme, dass sie einer Komödie den Weg verstellen.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.09.2016, 16:02 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.

Kino Suche im Bereich
nach Begriff
Anzeige