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Laufschuhe kleben am heißen Asphalt - Die meisten erreichen das Ziel

Eine wahre Hitzeschlacht war die 24-Stunden-Wanderung der SG Empfingen

Zu einer wahren Hitzeschlacht entwickelte sich die dritte 24-Stunden-Wanderung der Sportgemeinschaft Empfingen am vergangenen Wochenende. Trotz tropischer Temperaturen schafften viele der 40 Teilnehmer die 78 Kilometer lange Extremwanderung.

07.07.2015

Empfingen. Der Deutsche Wetterdienst empfahl für das Wochenende viel zu trinken, sich möglichst im Schatten aufzuhalten und keine Anstrengung wie Sport oder ähnliches zu unternehmen. Außer viel trinken wurden alle Empfehlungen ignoriert, und alle gemeldeten Teilnehmer kamen pünktlich am vergangen Freitag um 16 Uhr zum Start.

Der Wandertross setzt sich pünktlich in Bewegung. Vorneweg Wanderführer Lothar Hank, der zusammen mit Gabriel Müller die Strecke ausgesucht hatte, und den Wanderern den richtigen Weg weist. Gleich zu Anfang haben die Veranstalter Glück mit dem Wetter, denn von allen Himmelsrichtungen drohen Gewitter. Doch die Wanderer bekommen keinen Tropfen ab. Und der aufkommende Wind und der bewölkte Himmel nehmen erstmals die ganz große Hitze weg.

Die Strecke führt über Mühringen, Eyach und Sulzau nach Bieringen zum Abendessen. Doch kurz vor der ersten großen Pause wird das Wandertempo zusehend langsamer. Wanderführer Lothar Hank, der vor allem die Nachtstrecke penibel ausgesucht hatte, und jede noch so kleine Abzweigung auswendig kennt, bekommt Magenprobleme und muss aussteigen. Aufgeben muss hier auch eine Teilnehmerin wegen eines Wespenstiches.

Kurzerhand übernimmt Gabriel Müller die Führung. Ab Bad Niedernau kommen dann die mitgeführten Stirnlampen zum Einsatz. Zügig wird das Katzenbachtal durchwandert, erstmals zeigt sich der Vollmond in seiner ganzen Größe am Albhorizont. Im Rottenburger Ortsteil Weiler warten Betreuer Gerhard Hinger und Martina Schima am Gemeindezentrum mit Kaffee, Hefezopf, Getränke und Obst. Mit dabei auch Ortsvorsteher Jochen Mager, der spontan die Toiletten des Gemeindehauses öffnet.

Die Uhr zeigt Mitternacht, 27 Kilometer sind geschafft, und auch die dritte Aufgabe bahnt sich an. Der Ischiasnerv lässt ein Weiterlaufen bei einer jungen Frau nicht mehr zu. Übrigens: Mehr Frauen als Männer sind unter den Teilnehmern. Über die Weilerburg und den Rammert, ein großes Waldgebiet östlich von Rottenburg, führt nun die Wanderstrecke.

Hier gilt es, den richtigen Weg zu finden. Die Nachtstrecke war von den Verantwortlichen mehrmals abgelaufen worden. Bei Tag sicherlich ganz einfach, aber bei Nacht sieht die Welt ganz anders aus. Doch zusammen mit Wanderführer Ralf Grübe findet die Gruppe bis auf wenige Meter dann doch sicher den Weg zur Wurmlinger Kapelle.

Bei Lagerfeuer und Vollmond eine willkommene Pause. Hier wartet aber viel Arbeit für den Rettungsassistenten Benjamin Müller, dessen Form von Extremsport die Tag-und Nacht-Versorgung über 24 Stunden mit seiner medizinischer Versorgung war. Vor allem muss er Blasen versorgen, neben dem inneren Schweinehund sind sie Tourfeind Nummer eins.

Der Wandergruppe setzt sich wieder in Bewegung. Es ist inzwischen 3 Uhr und die Hälfte der Strecke ist geschafft. So zwischen 2 und 6 Uhr hat jeder einen Einbruch bei so einem langen Marsch. „Das muss man wegwandern“ meint ein Teilnehmer. Er ist wie fast alle Mitläufer im mittleren Alter und wenn er von Schmerzen spricht, folgt kurz darauf ein Lob des Adrenalinschubs.

Die nächste Pause folgte an der Wallfahrtskirche Weggental. Auch hier öffnete in aller Herrgottsfrühe Pater Franz die Toiletten für die müden Wanderer. Gott sei Dank. Der Tross setzt sich wieder in Bewegung und mit gefülltem Magen leben wieder Gespräche auf. Man duzt sich und kokettiert mit der eigenen Verrücktheit.

Zwei Kilometer laufen, dann eine Trinkpause

Die Bedienungen könnten nicht besser sein: Der auffrischende Wind und die bereits aufgehende Sonne geben neuen Mut und Energie. Doch beim Abstieg wieder eine Aufgabe eines Teilnehmers. Wanderführer Peter Eger und Kurt Fischer haben als Schlussläufer viel zu tun.

In Obernau wartet Elmar Schmitt mit seinen Helfern im Wanderheim mit einem tollen Frühstück. Auch hier wieder zwei Aufgaben. Nun wechselt auch das Betreuerteam. Willi Eger und Ottmar Hellstern übernehmen.

Das folgende Rommelstal bietet noch reichlich Schatten, aber kaum aus dem Wald ist Schluss mit lustig. Ab Eckenweiler brennt die Sonne unbarmherzig vom Himmel. Hier gibt es auch ein kurzes Liveinterview mit dem Radiosender SWR 1, der von dem Unternehmen erfahren hatte. Nach vielen kleiner Trink- und Abkühlungspausen erreicht die Truppe Mühlen, wo der Sportverein, der SV Mühlen, das Mittagessen serviert. 68 Kilometer und 20 Stunden Gehzeit sind geschafft.

Doch der steile Anstieg aus Neckartal und die brütende Hitze warten noch. Auf dem Weg nach Empfingen muss alle zwei Kilometer eine kurze Pause zum Trinken und Abkühlen eingelegt werden. Hier kommt die Erfahrung des Veranstalters den Teilnehmern besonders zugute. Das ständige Kühlen mit nassen Tüchern und bereitgestellte Wasserbehälter helfen sehr.

Am Bodenlosen See gibt es kurzfristig wieder etwas Schatten. Auf den letzten Kilometer fühlt sich der Asphalt unter den Füßen falsch und feindlich an. Man muss aufpassen, um nicht über die eigenen Beine zu stolpern. Die meisten bekommen die Füße nicht mehr vom Boden. Liegt es an der Müdigkeit oder am heißen, klebrigen Asphalt? Vermutlich am Beidem. Im Ziel sind alle Strapazen vergessen und die Teilnehmer liegen sich glücklich in den Armen.gabb

Eine wahre Hitzeschlacht war die 24-Stunden-Wanderung der SG Empfingen
Eine willkommene Abkühlung gab’s für die Marschierer am Rohrdorfer Brunnen.Bilder: gabb

Eine wahre Hitzeschlacht war die 24-Stunden-Wanderung der SG Empfingen
Josephine Grübe weiß sich zu schützen.

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07.07.2015, 12:00 Uhr

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