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Einzelhandel

Einfache Jobs für Flüchtlinge

Supermärkte suchen Mitarbeiter. Asylbewerber würden gerne arbeiten. Es fehlt ein System der Vermittlung.

22.12.2016
  • DPA

Ulm/Stuttgart. Einen Flüchtling einzustellen, ist aus Sicht des Handelsverbands noch immer schwierig. „Der Bedarf ist da, aber es fehlt ein transparentes umfassendes Vermittlungssystem“, sagte der Präsident des Handelsverbands, Hermann Hutter, in Ulm. „Vor allem der Lebensmittel-Einzelhandel hat Bedarf an Personal mit vergleichsweise geringen Einstiegsqualifikationen.“ Vielen Händlern fehle aber derzeit noch das konkrete Angebot an entsprechenden Flüchtlings-Bewerbern.

Die Arbeitsagentur stehe zwar als Ansprechpartner bereit, das sei „hier und da“ aber kompliziert. „Auch sozial engagierte Händler wissen häufig nicht, wie sie an einen Flüchtling als Mitarbeiter rankommen können.“ Der Handelsverband stelle zwar einen „Willkommmenslotsen“ bereit, um die Firmen bei der Bewältigung bürokratischer Vorgaben zu stützen. Aber dieser Lotse könne nur unterstützen und sei zudem auf Angebote der Arbeitsagentur angewiesen. Die Agentur wiederum benötige genug gemeldete Arbeitsuchende.

Zur Beschleunigung verweist Hutter auf die IHK Augsburg als positives Beispiel. Die Kammer habe eine Liste mit Flüchtlingen auf Jobsuche geschickt, mit Altersangaben, Zielen und bisheriger Qualifikation. „Wir müssen eine Plattform schaffen, auf der sich ganz transparent Angebot und Nachfrage treffen.“

Zahlen, wie viele Flüchtlinge in Baden-Württembergs Handelsbranche arbeiten, gibt es nicht. Nächstes Jahr wolle man aber entsprechende Zahlen erheben. Hutter sagt, vor allem wegen der Sprachbarriere dürften es derzeit nicht sehr viele sein. „Die meisten Mitarbeiter im Handel sind direkt dran am Kunden – wenn man nicht gut Deutsch spricht, ist das ein Hemmnis.“

Die baden-württembergischen Arbeitgeber sprachen sich für Öffnungsklauseln in Tarifverträgen aus, um für Unternehmen einen Anreiz zur Beschäftigung von Flüchtlingen zu schaffen. Auch Abweichungen von hohen tariflichen Standards sollten möglich sein, sagte Arbeitgeberchef Rainer Dulger. „Gerade in Hochlohnbranchen wie der Metall- und Chemieindustrie sind Einstiegsgehälter über 2000 Euro oftmals ein Hindernis, einen Flüchtling einzustellen.“ Bei den Gewerkschaften sei hier bislang keine Bewegung zu sehen. dpa

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22.12.2016, 06:00 Uhr

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