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Rosenheim

Eingesperrte war extrem aggressiv

Die 54-jährige Frau aus Rosenheim, die ihre 26-jährige Tochter womöglich jahrelang eingesperrt hat, ist die gerichtlich bestellte Betreuerin der Tochter. Diese sei an Autismus erkrankt und extrem aggressiv gegenüber Fremden, hieß es gestern aus Ermittlerkreisen. Möglicherweise sei das der Grund dafür gewesen, dass ihre Mutter sie nicht aus der Wohnung ließ.

21.04.2016
  • DPA

Rosenheim. Oberstaatsanwalt Jürgen Branz sagte deshalb: "Nach dem bisherigen Kenntnisstand ist es noch nicht sicher, ob zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für strafbare Handlungen vorliegen." Es handele sich in dem Fall um eine menschliche Tragödie.

Schuldzuweisungen seien verfrüht, sagte Branz. Weil die Mutter die gerichtlich bestellte Betreuerin ist, hätten die Sozialbehörden in dem Fall möglicherweise gar nicht einschreiten müssen.

Polizisten hatten am Dienstag das verschlossene Zimmer der 26-Jährigen aufgebrochen, nachdem sich die Mutter unmittelbar vor der Zwangsräumung ihrer Wohnung in Selbstmordabsicht im Treppenhaus in die Tiefe gestürzt hatte. Die 54-Jährige liegt schwer verletzt im Krankenhaus, ihre Tochter wurde in eine psychiatrische Klinik gebracht.

In der vermüllten Wohnung lebte auch der deutlich jüngere Bruder der 26-Jährigen. Er wurde andernorts untergebracht, teilte die Polizei mit.

Die Kriminalpolizei kündigte umfangreiche Ermittlungen zu den Hintergründen des Falles an. Vor allem müsse herausgefunden werden, wie lange die junge Frau in der Dachgeschosswohnung auf diese Weise leben musste, sagte Polizeisprecher Stefan Sonntag, "und ob sie tatsächlich eingesperrt war".

Dazu sollen auch Nachbarn der Wohnanlage in Rosenheim befragt werden. Die Kripo stehe mit den zuständigen Behörden in Kontakt. Die 54-Jährige und ihre Tochter waren gestern noch nicht vernehmungsfähig.

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21.04.2016, 06:00 Uhr

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