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Einheitsdenkmal hat in Berlin ausgewippt
Der Plan für das Einheitsdenkmal in Berlin ist beerdigt. Foto: dpa
Gedenken

Einheitsdenkmal hat in Berlin ausgewippt

Es war so eine schöne Idee: Eine begehbare Wippe sollte vor dem Berliner Schloss an die Deutsche Einheit erinnern. Wenn sich nur genügend Besucher an einer Seite zusammenfänden, könnten sie gemeinsam den mächtigen goldschimmernden Koloss in Bewegung versetzen - nach dem Motto der friedlichen Revolution in der DDR "Wir sind das Volk. Wir sind ein Volk."

14.04.2016
  • DPA

Berlin. Vor neun Jahren hat der Bundestag das Projekt feierlich beschlossen. Nun wird es noch vor dem ersten Spatenstich beerdigt. Der Haushaltsausschuss des Bundestags beschloss gestern einstimmig, das Projekt zu stoppen. Nach zahllosen Schwierigkeiten, Verzögerungen und Mehrkosten solle die Bundesregierung den Bau nicht weiter verfolgen, befanden die Abgeordneten. "Es ist Zeit, die Reißleine zu ziehen", sagt der zuständige Berichterstatter Rüdiger Kruse (CDU). "Dass wir eine einstimmige Entscheidung haben, ist bei einem solchen Beschluss sehr gut." Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) hatte noch in letzter Minute vor dem Schritt gewarnt. "Ein Stopp wäre eine Blamage für den Bundestag und eine Niederlage für Kulturstaatsministerin Monika Grütters."

Die Berliner Choreographin Sasha Waltz und das Stuttgarter Architekturbüro Johannes Milla hatten gemeinsam eine begehbare Schale entworfen. Sie wurde gelegentlich als "Salatschüssel" oder "Babywippe" belächelt, doch viele Bürger freundeten sich mit der Idee eines Mitmach-Denkmals an. Aber die wahren Probleme kamen erst. 2012 stieg Waltz aus dem Gemeinschaftsprojekt aus. Zudem barg der Bauplatz ungeahnte Überraschungen: Ein dort lebendes Völkchen seltener Fledermäuse musste erst eine neue Heimat bekommen. Die Kosten stiegen einem Bericht des Finanzministeriums zufolge von 10 auf fast 15 Millionen Euro.

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14.04.2016, 06:00 Uhr

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