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Ärger über Fahrplan

Einige Kreisräte vermissen gedruckte Fassung

Schülerfahrkarten sollen für die Eltern billiger und das System gerechter werden. Nächste Woche berät der Kreistag über das Thema. Bei einer Sitzung des VTA wurde gestern auch Unmut über die Abschaffung des gedruckten Naldo-Fahrplanbuchs laut.

09.10.2014

Kreis Tübingen. Formal nahm der Verwaltungs- und Technische Ausschuss (VTA) gestern nur einen Bericht über Naldo-Preiserhöhungen und ihre Auswirkungen auf Schülerfahrkarten entgegen. Ihr Preis steigt für den Kreis im nächsten Jahr um 3,8 Prozent auf 40,60 Euro für eine Wabe. Da es einen festen Zuschuss von 2,50 Euro pro Fahrkarte gibt, soll sich der Eigenanteil für Gymnasiasten, Realschüler, Gemeinschaftsschüler und Berufsschüler um 4,1 Prozent auf 38,10 Euro pro Wabe erhöhen. Eltern von Haupt-, Werkrealschul-, Förder- oder Sonderschulkindern bezahlen einen ermäßigten Satz von 16,80 Euro – das sind 4,3 Prozent mehr (wir berichteten).

Rechnerisch wäre eine Tariferhöhung um 6 Prozent nötig gewesen, sagte Landrat Joachim Walter. Anderswo seien die Fahrkarten teurer. Der Kreis Tübingen liege mit diesen Preisen landesweit im Mittelfeld und im Regierungsbezirk im unteren Drittel. „Wir müssen uns ohnehin in nächster Zeit Gedanken machen, wie wir die Schülerbeförderungsmittel neu strukturieren“, sagte Walter.

Das machte sich der Ausschuss gestern auch nichtöffentlich. Am kommenden Mittwoch, 15. Oktober, soll der Kreistag darüber beschließen. Im öffentlichen Teil wies Gerd Hickmann (Grüne) gestern darauf hin, dass durch den Abbau von ÖPNV-Mitteln und das Einfrieren des Zuschusses auf 2,50 Euro die Eltern immer mehr bezahlen müssten: „Das ist kein gutes System.“ Bernhard Strasdeit (Linke) pflichtete ihm angesichts einer Preissteigerung von über 4 Prozent bei einer sonstigen Inflation von unter einem Prozent bei: „Es ist eine unsoziale Systematik. Da müssen wir raus.“

Hans Rebmann (SPD) sprach ein anderes Thema an: Wie berichtet, soll es keine gedruckte Fassung des gesamten Naldo-Fahrplans mehr geben. „Die Nachfrage war relativ gering“, sagte der Landrat – allerdings gerade im Kreis Tübingen höher als im Umland.. Der Erste Landesbeamte Hans-Erich Messner und Hickmann hatten sich im Naldo-Aufsichtsrat dafür ausgesprochen, das Fahrplan-Buch beizubehalten, wurden aber überstimmt. Ein Alleingang wäre den Kreis teuer zu stehen gekommen: „Ich war dafür, dass man das Buch erhält, aber nicht zu jedem Preis“, sagte Messner.

Die Naldo-App sei nicht immer zuverlässig, bemängelte Robert Hahn (SPD). Sie kann das Buch nicht ersetzen, fanden auch andere Kreisräte. Der Landrat sprach von einem „Testlauf“. Der Verzicht auf das Fahrplanbuch müsse nicht für die Ewigkeit sein. Die Verwaltung werde im nächsten Jahr rechtzeitig über die Erfahrungen berichten.

ran

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09.10.2014, 12:00 Uhr

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