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Der Umsatz steigt, die Rendite aber sinkt

Einkaufstour macht Mahle zu schaffen

Der Mahle-Konzern hat eine Firma nach der anderen aufgekauft. Entsprechend ging der Umsatz nach oben, die Rendite aber ist gesunken.

23.04.2016
  • DPA

Stuttgart. Die Einkaufstour vergangener Jahre macht dem Autozulieferer Mahle zu schaffen. Vor allem wegen Folgekosten der Übernahmen sei der Jahresüberschuss 2015 um mehr als die Hälfte auf 122 Mio. EUR gesunken, teilte Mahle gestern mit. Seit 2014 hat Mahle unter anderem die slowenische Letrika-Gruppe, die Klimaanlagen-Sparte des US-Konkurrenten Delphi und die japanische Elektromotor-Firma Kokusan Denki übernommen. Dadurch stieg die Mitarbeiterzahl um etwa 11 000 auf rund 76 000.

Die Mahle-Rendite sank von 5,2 Prozent auf 4,5 Prozent - das ist der Anteil vom Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen am Gesamtumsatz. Mahle-Chef Wolf-Henning Scheider gab sich gelassen. "Wenn man Übernahmen macht in der Größenordnung, ist das ein Effekt, der nicht überraschend kommt." Wegen der Integration der neuen Konzernbereiche würden die Ergebnisse verbessert, etwa durch Bündelungen im Einkauf.

Der Konzernumsatz stieg indes um 15,5 Prozent auf 11,5 Mrd. EUR. Der aus eigener Kraft erwirtschaftete Zuwachs lag nur bei 2 Prozent, also ohne Währungskurseffekte und die Einbeziehung der neuen Firmenteile. Für 2016 peilt Mahle ein Gesamtplus von 4 bis 5 Prozent auf mehr als 12 Mrd. EUR an.

Zuletzt hatten Geschäftsführung und Arbeitnehmerseite um die Zukunft der heimischen Beschäftigung gerungen. Vor gut einer Woche kam dann der Kompromiss: Bis Ende 2019 wird es keine betriebsbedingten Kündigungen an den 30 deutschen Standorten mit 14 000 Mitarbeitern geben. Allerdings kann die Arbeitszeit auf 30 Wochenstunden reduziert werden, um auf Marktschwankungen reagieren zu können.

Firmenchef Scheider betonte, die Mitarbeiterzahl in Deutschland werde in den nächsten Jahren konstant bleiben. Während am Nockenwellen-Standort Leibertingen (Kreis Sigmaringen) und dem Stahlkolben-Werk in Rottweil wohl Personal aufgebaut werde, werde das Personal andernorts reduziert. "Das allerdings immer sozial verträglich." Mitarbeiter sollten freiwillig gehen, "wenn wir an zwei bis drei Standorten Überhänge haben, die wir nicht anders abbauen können", sagte der Konzernchef.

Vom Dieselskandal ist Mahle nicht betroffen - die Firma stellt keine Bauteile oder Software für die Abgasreinigung her.

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23.04.2016, 06:00 Uhr

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