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Eins zu eins

Brutaler Überfall infiziert zarte Vorort-Liebesgeschichte mit Verdacht und Misstrauen.

Brutaler Überfall infiziert zarte Vorort-Liebesgeschichte mit Verdacht und Misstrauen.

Eins zu eins

© null 01:49 min

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Dänemark

Regie: Annette K. Olesen
Mit: Mohammed-Ali Bakier, Joy K. Petersen, Anette Støvelbæk

- ab 12 Jahren

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24.11.2015
  • Dorothee Hermann

Erscheint am 9. November 2007 als Kauf-DVD (Anbieter: Good Movies)

Eins zu eins heißt unentschieden. Kein gutes Motto für die Liebesgeschichte von Mie und Shadi in einer Kopenhagener Trabantenstadt. Shadis muslimische Familie weiß nicht, dass ihr Sohn eine „dänische“ Freundin hat. Mies Mutter, eine alleinerziehende Sozialarbeiterin, schätzt den begabten Jungen.

Dann wird Mies Bruder Per so brutal zusammengeschlagen, dass er scheinbar leblos liegenbleibt. Die Täter sind abgehauen; die Polizei glaubt, dass Einwanderer hinter dem Überfall stecken. Shadis älterer Bruder Tareq will nicht sagen, wo er in der fraglichen Nacht war. Außer seinem Boxtalent hat Tareq überhaupt nichts vorzuweisen, fühlt sich häufig unterlegen und wird schnell aggressiv. Doch es lohnt sich, auf Tareqs Lächeln zu warten.

Denn Regisseurin Annette K. Olesen („Kleine Missgeschicke“) lässt die Gesichter erzählen. Mie und Shadi küssen sich im gelblichen Neonlicht der Trabantenstadt. Man sieht ihre Gesichter in Nahaufnahme im Gegenschnitt, als sie auseinandergehen und nochmals zurückblicken. Die jungen Laiendarsteller wirken so authentisch, als wären sie tatsächlich in dem Viertel zuhause. Doch als Mie vom Überfall auf ihren Bruder erfährt, ihn auf der Intensivstation im Koma liegen sieht, hat sie für einen Augenblick den Blick einer Stummfilmdiva.

„Eins zu eins“ ist auch eine Maßstabsgröße. Die Planer des Hochhausviertels in den sechziger Jahren hatten ganz andere Bewohner vor Augen. Propere Vater-Mutter-Kind(er)-Familien, homogen dänisch. Diese soziale Einförmigkeit ist längst Vergangenheit. Mies Mutter ist beinahe die einzige, der die neuen Verhältnisse keine Angst machen, die sich Rassismus unter ihrem Dach entschieden verbietet. Die harmlos-gutbürgerliche Fassade von Mies Großmutter, die in der Krise herangeeilt kommt, bröckelt hingegen ziemlich schnell. Shadis Eltern scheinen die eigenen Söhne längst entglitten zu sein.

In einer Gesellschaft, in die sich der Hass hineingefressen hat, besteht die Regisseurin auf der Humanität des Blicks: Selbst in den Nachtaufnahmen wirken die Reißbrett-Straßenzüge nie wie ein abgeschriebener Ort.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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