Sir Ken Adam im Museum für Film und Fernsehen in der Retrospektive „Bigger Than Life. Ken Adams Film Design“. Foto: picture alliance/dpa




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05.02.2021

Von dpa

Gleich mehrere „James Bond“-Filme tragen seine Handschrift. Der Szenenbildner Sir Ken Adam hat in den 1960ern und 1970ern mehrere der Agentenfilme ausgestattet – von „Dr. No“ bis „Moonraker“. An diesem Freitag (5. Februar) wäre er 100 Jahre alt geworden. Die Deutsche Kinemathek in Berlin erinnert nun an ihn – und nimmt Besucher bei der sozialen Plattform Instagram mit in sein Archiv.

Als Szenenbildner hat Ken Adam (1921-2016) neue Welten erschaffen. Einige Jahre vor seinem Tod schenkte er dem Berliner Filmmuseum sein Archiv. Darunter 6000 Entwürfe, Fotos, Briefe und Auszeichnungen, seine beiden Oscars sowie Rechercheunterlagen zu Filmproduktionen. Hunderte Zeichnungen erzählen von seiner Arbeit.

Seine Ideen kehrten so 2012 in die Stadt zurück, in der Adams eigene Geschichte begann. Geboren wurde er in Berlin und wuchs im Tiergartenviertel auf. Als Jugendlicher floh er mit seiner Familie vor den Nationalsozialisten nach Großbritannien. Er fing an, Architektur zu studieren, und wurde in der Royal Air Force eingesetzt. Nach dem Krieg bekam er seine ersten Jobs in der Filmwelt. In den Jahrzehnten danach sollte er Dutzende Filme ausstatten.

Wegweisende Arbeiten

Derzeit sind die Kinos wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Und der Start des nächsten „Bond“-Abenteuers „Keine Zeit zu sterben“ ist auf Herbst verschoben. Wer trotzdem in die „007“-Welt abtauchen will, kann das mit Adams Arbeit tun. Zum Beispiel mit Bildern des Atomlabors aus „Dr. No“ und der Vulkanbasis des Schurken Blofeld aus „Man lebt nur zweimal“.

Bis heute seien Adams Arbeiten wegweisend, seine spektakuläre Formgebung der frühen „James-Bond“-Filme prägend für Film, Design und Architektur, schreibt das Berliner Museum. Dazu zählt auch sein Szenenbild für Stanley Kubricks Film „Dr. Seltsam. Oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“, der sogenannte „War Room“. Im Laufe von mehr als fünfzig Jahren arbeitete er an fast 100 Filmen, zwei Opern, einem Multimediaprojekt und mehreren Ausstellungen mit. Für sein Werk wurde Ken Adam vielfach geehrt und ausgezeichnet, darunter mit dem British Academy Film Award, sechs Oscar-Nominierungen. Für „Barry Lyndon“ und „King George“ bekam er Oscars. Julia Kilian

Info Die Kinemathek hat zu seinem Archiv eine eigene Internetseite eingerichtet (www.ken-adam-archiv.de). Geplant sind auch zwei Online-Führungen. Der künstlerische Direktor Rainer Rother will an diesem Freitag (13 Uhr) bei Instagram Einblick ins Archiv geben, am Mittwoch (10. Februar, 19 Uhr) ist eine weitere Führung geplant.

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Erstellt:
5. Februar 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
5. Februar 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. Februar 2021, 06:00 Uhr

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