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Romeo Travis disqualifiziert

Eklatante Fehlentscheidungen beim 82:79 der Tigers gegen Düsseldorf

Am Fasnets-Samstag schienen die Basketball-Schiedsrichter in der Paul-Horn-Halle närrisch aufgelegt – ihre wunderlichen Pfiffe fand freilich keiner der 2600 Fans lustig. Trotz der Disqualifikation von Romeo Travis siegten die Walter Tigers mit 82:79 (47:24) gegen Düsseldorf.

15.02.2010
  • hansjörg lösel

Tübingen. Christof Madinger, ein 27 Jahre alter Doktorand aus Freising, war der Buhmann. Eine harmlose Aktion von Romeo Travis gegen Zack Whiting in der 23. Minute wertete der wackere Bayer als unsportliches Foul – da sich Travis in der ersten Hälfte bereits ein solches Vergehen geleistet hatte, wurde der bis dahin beste Tiger disqualifiziert. Travis musste sogar den Innenraum verlassen, schwang sich unter dem Jubel der Fans über die Barriere auf die Tribüne und verfolgte das dritte Viertel bei den Zuschauern.

Jetzt ging das närrische Treiben aber erst richtig los: Die drei Referees, von nun an gnadenlos ausgebuht und völlig verunsichert, hatten den Faden komplett verloren und reihten eine Fehlentscheidung an die andere. Die Tübinger Michael Jenkins und Branislav Ratkovica kassierten später wegen Reklamierens jeein Technisches Foul, doch auch gegen die Düsseldorfer wurden absurde Entscheidungen verhängt. Den Höhepunkt bildete eine Szene, als Jay Thomas für jeden sichtbar den Ball ins Aus lenkte, Dane Watts so verzweifelt wie vergeblich hinterher hechtete – und die Schiedsrichter zur Verwunderung aller auf Einwurf für die Tigers entschieden.

„Ihr macht euch lächerlich“, skandierten die Fans in Sprech-Chören und forderten später lautstark einen Schiedsrichter-Lehrgang. Die Partie, in der ersten Hälfte emotionslos und fair ausgetragen, drohte aus dem Ruder zu laufen. Am Ende wurden 52 Fouls gepfiffen – Spielfluss konnte da keiner aufkommen, außer Hektik bekamen die Zuschauer wenig Erbauliches zu sehen. Haupt-Schiedsrichter Horst Weichert und seine Kollegen hatten hinterher jedenfalls Gesprächs-Bedarf, erst gegen 23 Uhr verließ das Trio die Arena.

Eklatante Fehlentscheidungen beim 82:79 der Tigers gegen Düsseldorf
Zuckerpass ohne Blickkontakt: Branislav Ratkovica findet Kenny Williams. Basketball-Feinkost war am Samstag aber die Ausnahme, die indisponierten Schiedsrichter verpfiffen die Partie – trotzdem schlugen die Tigers die Düsseldorfer. Bild: Ulmer

„Ich möchte die Schiedsrichter-Leistung lieber nicht kommentieren“, sagte Tigers-Trainer Igor Perovic, „ich kann nur sagen, dass ich heute nicht zufrieden bin. Wir können besseren Basketball spielen“. Das zeigten seine Spieler nur in den ersten Minuten, als sie die Düsseldorfer dominierten. Ohne großen Aufwand führten die Tiger 15:6, bis Travis sein erstes Unsportliches Foul beging. Fortan verloren die Tübinger die Kontrolle, beim 23:23 durch einen Winters-Dreier hatte Düsseldorf erstmals den Ausgleich geschafft.

Obwohl sich die Giants viele Fehler erlaubten (16 Ballverluste allein in der ersten Hälfte) und Top-Scorer Koko Archibong wegen einer Fingerverletzung ohne Punkt blieb, konnten sich die Tigers im gesamten Spielverlauf nie mehr deutlich absetzen. Selbst als Jenkins (33. Minute) aus acht Metern ins Gesicht von Archibong zum 71:60 traf, kamen die Düsseldorfer nochmals zurück.

Die letzten zwei Minuten gerieten zur Zitterpartie: Brant Bailey brachte Düsseldorf auf 78:77 heran, im Gegenzug wurde Aleksandar Nadjfeji gefoult – doch der Pfiff blieb aus. Die Giants vergaben die Chance zum Schnellangriff, leisteten sich einen Ballverlust wegen Rückspiels. Ratkovica erhöhte auf 80:77, Gordon Geib verkürzte mit zwei Freiwürfen auf 80:79. Elf Sekunden vor Schluss traf Ratkovica nur einen von zwei Freiwürfen zum 81:79 – mit dem letzten Angriff hatte Düsseldorf plötzlich die Chance mindestens zur Verlängerung, per Dreier sogar zum Sieg.

Doch Baileys Dreierversuch traf nur den Ring, auf der Gegenseite setzte Watts zum Schlusspunkt per Dunk an – was Bailey per Notbremse verhinderte. Ein hässliches Ende einer zerfahrenen Partie (siehe Dunking unten) – mit dem Kölner Karnevals-Hit „Viva Colonia“ fand der Hallen-DJ noch den passenden Schluss-Akkord mit einem Schuss Schadenfreude Richtung Düsseldorf.

Jetzt kommen die Wochen der Wahrheit

Seit Samstag haben die Tiger zwölf Siege und elf Niederlagen – und stecken damit mitten drin im Kampf um die begehrten acht Playoff-Plätze. In den nächsten vier Spielen geht es um die Wurst: Tübingen muss zum Tabellen-Sechsten Bremerhaven, erwartet anschließend den Dritten Göttingen. Nach dem Derby in Ludwigsburg (derzeit Platz zwölf) kommen die punktgleichen Braunschweiger nach Tübingen. Nach diesem Viererpack dürfte klar sein, ob die Tigers tatsächlich Chancen haben auf ihre erste Teilnahme an der Meisterschafts-Endrunde überhaupt.

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15.02.2010, 12:00 Uhr

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