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El perdido

El perdido

Dialogloser Film über einen jungen Mann, der vor seinem elenden Leben in die Wildnis der Pyrenäen flieht.

El perdido

Spanien 2016

Regie: Christophe Farnarier
Mit: Adri Miserachs

95 Min.

Tagblatt-Wertung

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24.01.2017
  • Klaus-Peter Eichele

Ein Mann allein im Wald, das ist die ganze Handlung dieses Films. Alles, was wir von dem Namenlosen wissen, oder vielmehr ahnen, ist, dass er sein Leben gegen die Wand gefahren hat. Eingangs hält er sich in einem abgelegenen Winkel der Pyrenäen eine Flinte an die Stirn, besinnt sich dann aber spontan eines besseren und stiefelt los: immer höher ins Gebirge und immer tiefer in die Wildnis - ein Neustart, befreit vom Ballast seines alten Lebens und der Zivilisation.

Mit einem gepflegten Wanderurlaub hat dieser Trip allerdings nichts zu tun. Bald pfeift dem spärlich bekleideten Kerl eisiger Wind um die Ohren, und gegen den Hunger helfen erst mal nur Beeren. Es zeigt sich jedoch, dass der Mensch durchaus in der Lage ist, sich mit so widrigen Umständen zu arrangieren. Ein erlegtes Wildschwein liefert gute Nahrung und in Form seiner Eingeweide brauchbare Survival-Utensilien. Schutz vor der Kälte und Raubtieren bietet eine Höhle, die später einer Hütte weicht. Doch je besser sich „el perdido“ (der Verlorene) in der Wildnis zurechtfindet, desto größer wird seine Sehnsucht nach der Zivilisation.

Nach Anklängen an „The Revenant“ und Robinson Crusoe, also Geschichten vom Überlebenskampf, wandelt sich der Film des Franzosen Christophe Farnarier zu einer philosophischen Parabel. Im Zeitraffer schildert sie die menschheitsgeschichtliche Evolution vom Jäger und Sammler, der von der Hand in den Mund lebt, zum sesshaften Bauern und Bürger mit Tischmanieren und kulturellen Bedürfnissen. Irgendwann sieht man den Aussteiger zufrieden vor seinem Blockhaus mit Gemüsegarten sitzen und von einer Gefährtin träumen. Bleibt die Frage: Ist damit nicht der Weg zum Anfang des Films vorgezeichnet?

Dialogloser Survivaltrip mit philosophischen Hintergedanken. Sehenswert auch dank starker Bilder.

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24.01.2017, 09:11 Uhr

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