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El rey tuerto

El rey tuerto

Ein Polizist und ein passionierter Demonstrant kriegen sich in der Komödie bei einem Abendessen in die Haare.

El rey tuerto

Spanien 2015

Regie: Marc Crehuet
Mit: Alain Hernández, Miki Esparbé, Ruth Llopis

87 Min.

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01.08.2016
  • Dorothee Hermann

Wenn Leute aufeinandertreffen, die sich normalerweise nur vor Gericht begegnen würden, erzeugt das eine Spannung, die sich sogar dem Zuschauer beinahe körperlich mitteilt: Bei einer privaten Einladung landet der Dokumentarfilmer Nasio (Miki Esparbé) zufällig in der Wohnung des Bereitschaftspolizisten David (Alain Hernández), der ihm bei einer Demo ein Auge weggeschossen hat – Stuttgart 21 lässt grüßen. Es dauert ein Weilchen, bis sich die bittere Wahrheit im blubbernden Smalltalk herauskristallisiert.

Davids Lebensgefährtin Lidia (Betsy Túrnez) ist einerseits geschockt, andererseits nicht willens, sich die penibel ausgetüftelte Menüfolge verderben zu lassen. Im überschwänglichem Geplapper mit der eben über das Internet wieder kontaktierten Freundin Sandra (Ruth Llopis), deren Begleiter Nasio ist, wirken beide Männer wie Fremdkörper.

David ist einer dieser neuerdings häufiger auftretenden Typen, der seine aufgestauten Aggressionen nur mühsam kontrollieren kann und schon mal mit den Dienstwaffen posiert. Lidia verhält sich dem kahlrasierten Macho gegenüber in einer Weise, von der Psychologen abraten, nämlich ambivalent: mal unterwürfig, mal mit einem Rest von Klarsicht und Selbstbehauptung. Als der verletzte Demonstrant leibhaftig in ihrer Wohnung auftaucht, ist auch das Beziehungsmodell der beiden – sich gegenseitig so gut wie möglich zu ignorieren – am Ende.

In der Spielfilm-Adaption seines hochgelobten Theaterstücks schickt der 37-jährige spanische Regisseur Marc Crehuet das explosive Quartett gleich mehrfach aufeinander los. Das fesselt bis zum Schluss, weil ihre Positionen sich beständig wandeln, teilweise unter Zwang, wenn das Recht des Stärkeren zu triumphieren scheint.

Bittere Persiflage eines ausgehöhlten Sozialsystems, dessen Protagonisten nur Manipulation oder Gewalt kennen.

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01.08.2016, 11:11 Uhr

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