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Siemens ist wieder in der Spur

Elektrokonzern schafft nach Konzernumbau seine Ziele - Energiesparte bleibt Sorgenkind

Siemens hat geliefert, was versprochen wurde. Der Elektronikkonzern ist mit seinem Umbau so gut wie fertig und will nun stärker wachsen. Die Weltwirtschaft könnte ihm einen Strich durch die Rechnung machen.

13.11.2015
  • THOMAS VEITINGER

Berlin Häme gilt unter Unternehmenschefs als unschick. Selbst auf erbitterte Konkurrenten wird nur selten mit dem Finger gezeigt. Joe Kaeser ist da keine Ausnahme. Doch ein klein wenig schadenfroh ist auch der Vorstandschef der Münchner Siemens AG. "Wir haben alle wesentlichen Ziele erreicht, die wir uns für 2015 vorgenommen hatten", sagt Kaeser bei der Präsentation der Bilanz des Geschäftsjahres, das am 30. September endete. "Damit unterscheiden wir uns zum Teil deutlich von Wettbewerbern."

Gemeint ist wohl vor allem der ewige Gegner General Electric aus den USA. Die Zufriedenheit der Siemensianer liege zum Teil deutlich über dem Durchschnitt in vergleichbaren Unternehmen, ätzte Kaeser weiter. Wettbewerber verpassten ihrem Finanzgeschäft nun auch den industriellen Fokus der Münchner und kopierten "Vision 2020", die den Elektronik-Konzern einem grundlegenden Umbau unterzieht.

Eigentlich müsste der - natürlich im Anzug auftretende - Siemens-Chef verschwitzt in Jogginghose erscheinen. Erst ganz zum Schluss des Geschäftsjahres konnte der Konzern im traditionell starken vierten Quartal selbstgesteckte Ziele mit viel Kostendisziplin erreichen. Sein Renditeziel wurde mit 10,1 Prozent im industriellen Geschäft knapp geschafft. Eine Milliarden-Bestellung im Windkraft-Geschäft konnte aber nicht verhindern, dass die Umsätze in diesem Bereich zurückgehen. Die Energieerzeugung und die Prozess- und Antriebs-Sparte sind die Sorgenkinder.

"In den zwölf Monaten ist viel geschehen", resümiert Kaeser - nicht nur im Konzern. Die sich abzeichnende Marktöffnung des Iran, der Ölpreisverfall, die angekündigte Dekarbonisierung der Weltwirtschaft und die Digitalisierung bringen weitreichende Folgen mit sich. Vor allem Chinas "New Normal", die neue Normalität, wird sich auswirken. Gleichwohl hofft der Konzern-Chef auf ein weiter "moderates Wachstum". Ob dies eher unter 1 Prozent oder über 4 Prozent liegt, lässt er offen, in dieser Bandbreite soll es sich zumindest bewegen. "Für 2016 haben wir uns viel vorgenommen trotz eines schwierigen geopolitischen Umfelds und einer angespannter gesamtwirtschaftlichen Situation", sagt Kaeser und nennt die laufenden zwölf Monate ein "Jahr der Optimierung". Wachstum steht im Mittelpunkt.

Den Umbau des Unternehmens hält Kaeser für gelungen. Dieser umfasste etwa den Verkauf der Hörgerätesparte und des Anteils am Gemeinschaftsunternehmen mit Bosch BSH. Geändert hat sich die Einstellung im Konzern. Es wird nun genau überprüft, was ein Auftrag für Folgen hat. Dies ist in der Vergangenheit nicht immer passiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es eine böse Überraschung: Eine Abschreibung von 138 Mio. EUR ist auf das mit Mitsubishi betriebene Unternehmen Primetals fällig. Bei Zielen blickt Kaeser auf die Konkurrenz. Siemens soll nicht nur wachsen, sondern stärker wachsen - als der Wettbewerb.

Elektrokonzern schafft nach Konzernumbau seine Ziele - Energiesparte bleibt Sorgenkind
Siemens-Chef Joe Kaeser redet nach der Pressekonferenz mit Reportern. Foto: afp

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13.11.2015, 12:00 Uhr

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