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Justiz

Elf Jahre Haft für eine nicht erklärbare Tat

Ein 26-jähriger Mann hat eine Frau in Mannheim misshandelt und bewusstlos in den Neckar geworfen.

26.11.2016

Von ULRICH WILLENBERG

Mannheim. Warum musste eine 31-jährige Frau auf so grauenvolle Weise sterben? Auch nach einer wochenlanger Verhandlung vor dem Mannheimer Landgericht bleibt diese Frage offen. Letztlich hat das Gericht den 26-jährigen Angeklagten gestern zu elf Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt.

Die Frau, drogenabhängig und psychisch krank, hatte Tür an Tür mit dem Germanistikstudenten im Mannheimer Stadtteil Jungbusch gewohnt. Näheren Kontakt hatten beide jedoch offenbar nicht. Über einen Streit ist nichts bekannt. Zudem hatte der junge Mann sein Zimmer damals bereits gekündigt und war dabei, auszuziehen. Kurz vor der Tat schenkte er der Frau mehrere Bücher, die er nicht mehr brauchte.

Deshalb ist es völlig rätselhaft, wieso er sie einen Tag vor Silvester morgens am Neckarufer mit einem langen Messer und einem Stein attackierte. Er stach ihr ins Gesicht und zertrümmerte ihren Schädel. Dann warf er die bewusstlose Frau in den Fluss. Sie ertrank, die Leiche wurde einige Wochen später gefunden.

Die Polizei kam dem jungen Mann auf die Spur, weil eine blutige Mütze und ein Messer am Neckarufer gefunden wurden. Auf beiden waren seine DNA-Spuren und die des Opfers.

Der Verteidiger Maximilian Endler vermutet, dass der junge Mann die Frau im Wahn getötet habe. Er sei an einer paranoiden Schizophrenie erkrankt und schuldunfähig. Dem folgte das Gericht nicht. Ulrich Willenberg

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Erstellt:
26. November 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
26. November 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. November 2016, 06:00 Uhr

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