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Große Dame der Liedkunst

Elly Ameling geehrt

"Viel lieber hätte ich für Sie gesungen als geredet, denn im Lied lässt sich viel besser ausdrücken, was man empfindet: Hier steht ein glücklicher Mensch!" Inniger als mit dieser Huldigung an das Lied hätte sich Elly Ameling, die große alte Dame der Liedkunst, kaum bedanken können für die Hugo-Wolf-Medaille, die ihr in der Stuttgarter Staatsoper verliehen wurde - eine der zahlreichen Ehrungen im Leben der 82-jährigen niederländischen Sopranistin. Immer sind es die absolut "herausragenden Verdienste um die Liedkunst", die mit dieser Medaille von der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie gewürdigt werden.

10.11.2015
  • SUSANNE RUDOLPH

Stuttgart Auch Landsmann und Kammersänger Robert Holl, der die Laudatio hielt, hätte wohl lieber gesungen. Reden scheint seine Sache nicht so zu sein. Umso berühren-der aber seine sehr persönliche Würdigung Amelings, sein begeistertes Lob einer "wunderbaren und technisch perfekten Stimme, in der der Sehnsuchtston der Romantik klingt", seine Hochachtung vor der Lehrerin, die den Nachwuchs mit der richtigen Mischung aus "Leidenschaft, Strenge und Humor" unterrichtet, und vor der hoch gebildeten Kollegin, die auch andere Künste liebt. "Das Leben ist eine beständige Aufforderung zum Lernen", diese Auffassung, davon zeigte sich Holl überzeugt, halte Elly Ameling so "frisch und jung".

Nicht sprechen, nur singen: Das war mit Liedern von Mahler, Wolf, Schumann und Schubert einzig Christoph und Julian Pregardien (am Klavier Marcelo Amaral) vorbehalten, Vater und Sohn, beide wundervolle Tenöre mit einem unüberhörbar ähnlichen Timbre, weich und samten. Doch interessant: Während der Vater ganz bei der Intimität des Lieds blieb, jeder Empfindung die passende Farbe gab, geriet beim Sohn manches eine Spur zu opernhaft, zu gemacht. Erst in den drei letzten Schubert-Duetten wurde man entführt in das, was Elly Ameling zuvor "das Paradies der Liedkunst" genannt hatte. Sie verbeugte sich denn auch tief vor den Pregardiens.

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10.11.2015, 12:00 Uhr

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