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Gefährlicher Schulweg

Eltern aus Weiler sorgen sich um ihre Kinder

Die Autos fahren zu schnell, der Gehweg ist zu schmal und selbst der Überweg an der Ampel nicht sicher: Eltern in Weiler machen sich jeden Morgen Sorgen, wenn sie ihre Kinder auf den Weg zur Schule schicken. Um die Sicherheit zu erhöhen, wünschen sie sich einen weiteren Blitzer.

24.11.2012
  • Dunja Bernhard

Weiler. Jeden Morgen verfolgt Natalie Klein vom Fenster aus besorgt den Weg ihres sechsjährigen Sohnes zur Bushaltestelle. „Viele Autos fahren von Rottenburg kommend viel zu schnell in den Ort hinein und wenn sie sehen, dass die Ampel auf Rot umspringt, geben sie noch schnell Gas“, berichtet die Mutter von zwei Kindern. Es sei schon häufig vorgekommen, dass die Schüler an der Ampel schon grün hätten, die Autos aber trotzdem noch schnell rüberrauschten.

Außerdem bemängelt Klein, dass der Fußweg zwischen der Schlossbergstraße und Hülenbäume so schmal sei, dass zwei Schulkinder kaum nebeneinander gehen können. Lastwagen und Busse müssten hin und wieder so nah ranfahren und ausweichen, dass die Karosserie in den Gehweg hereinragt. Wegen der gegenüberliegenden Insel an der Bushaltebucht kann der Gegenverkehr hier nicht ausweichen.

Tamara Eger schickt ihren Erstklässler über die Ampel beim Metzger. „Aber hier gibt es das gleiche Problem.“ Die Autos, erzählt sie, fahren oft erst kurz vor dem Blitzer in Richtung Hirrlingen langsamer. Die Enkelin einer Anwohnerin, die direkt an der oberen Ampel wohnt, ist vor zwei Jahren auf dem Ampelübergang angefahren worden. Die Anwohnerin erzählt, dass sie täglich beobachtet, wie Autofahrer „völlig gedankenlos“ bei Rot über die Ampel fahren. Und nicht nur die Autos, die in den Ort hineinfahren, seien ein Problem, sondern auch die, die – den Ortsausgang schon im Blick – wieder Gas geben.

Udo Eitel hat morgens zwischen 6.30 und 8.30 Uhr schon bis zu 15 Autos gezählt, die bei Rot über die Ampel fuhren. Vor einem Jahr, als seine Tochter in so einem Augenblick an der Ampel stand, erstattete er Anzeige. Daraufhin, erzählt er, sei die Ampelschaltung überprüft worden. An der Situation habe sich dadurch aber nichts geändert.

Es gab auch schon einen Auffahrunfall, berichtet Eitel. Da habe der erste Autofahrer gerade noch gebremst, der nachfolgende sei dann aber hinten rein gefahren und habe das vordere Auto auf den Übergang geschoben. „Es ist wirklich extrem.“ Die Betroffenen fordern deshalb einen Blitzer, der mit der Ampel verbunden ist – so wie in der Bühler Ortsdurchfahrt einer steht. Das schrecke ab, sagt eine Anwohnerin.

Viele verstehen nicht, warum die Stadt keinen Blitzer am Ortseingang Weiler von Rottenburg her kommend aufstellt. Natalie Klein erzählt, dass sie bei Weilers Ortsvorsteher Jochen Mager im Sommer angefragt habe, ob nicht eine 30er-Zone im Ort möglich sei. Das sei nicht machbar, habe sie als Antwort bekommen.

Dass die 16 000 Fahrzeuge, die täglich den Ort passieren, ein Problem sind, sei bekannt, sagte Rottenburgs Erster Bürgermeister Volker Derbogen auf Anfrage des TAGBLATTs. Die Stadt begegnete dem Problem in Weiler bereits, indem sie Mittelinseln an den Ortseinfahrten bauen, Bushaltestellen mit Inseln versehen und stationäre Blitzer in Richtung Hirrlingen aufstellen ließ.

Das Problem mit dem Überfahren der roten Ampel sei ihm neu, so Derbogen. „Das ist ein absolutes No-Go.“ Das, sagt er, wird er überprüfen lassen. Auch nach den Messprotokollen von der mobilen Geschwindigkeitsüberwachung will er sich erkundigen. Eine neue digitale Säule an der Ortsausfahrt in Richtung Hirrlingen wird künftig die alten Blitzer ersetzen und beide Straßenseiten abdecken. Den Vorschlag der Anwohner, den alten Blitzer an der Ortsausfahrt in Richtung Rottenburg wieder aufzubauen, lehnt Derbogen ab. Das rentiere sich nicht. Für die alten Geräte gebe es kaum noch Ersatzteile und sie seien sehr wartungs- und damit kostenintensiv.

Die Diskussion um die Geschwindigkeitsbegrenzung in den Ortsdurchfahrten in Wurmlingen, Kiebingen, Bühl und Hirschau verfolge er aufmerksam, sagte Derbogen. Doch die Straßenverkehrsbehörde tue sich schwer mit einer Begrenzung auf 30 Stundenkilometer. Bei Bundes-, Landes- und Kreisstraßen hätten in der Vergangenheit Gefahrensituationen nachgewiesen werden müssen, ehe eine Begrenzung genehmigt wurde. Von Eltern erwarte er, dass sie ihre Kinder den sichereren Weg schicken – auch wenn der im Zweifel länger ist. So ließe sich die Benutzung des schmalen Gehwegs vermeiden.

Noch am selben Abend stand hinter der Ortseinfahrt Weiler von Rottenburg her kommend ein mobiler Blitzer.

Eltern aus Weiler sorgen sich um ihre Kinder
Die Ampel ist rot, die Autos halten und die Jungs können sicher die Straße überqueren. Morgens sei das nicht immer so, sagen Anwohner und Eltern, deren Kinder auf dem Schulweg hier über die Straße müssen. Deshalb wünschen sie sich einen Ampelblitzer. Die Stadt will die Situation jetzt verstärkt beobachten. Bild: Eisele

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24.11.2012, 12:00 Uhr

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