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Engpässe in Kitas

Elternbeirat kritisiert Verschleierungstaktik

Ist der Personalmangel in den Tübinger Kindertagesstätten „gravierender als bisher bekannt“? Ein Elternbeirat schlägt Alarm bei den Gemeinderatsfraktionen und wirft der Stadtverwaltung „Verschleierungstaktik“ vor.

28.11.2014
  • hoy

Tübingen. Arvid Goletz ist Elternbeirat in der Kita Janusz-Korczak und sorgt sich besonders um die Betreuung der Kinder unter drei Jahren. Erst neulich war eine Mitarbeiterin alleine für die Kleinen zuständig, weil die Kollegin krankheitsbedingt ausfiel. Eine Springkraft als Vertretung stand nicht zur Verfügung, hieß es. „Mir geht es um die Aufsichtspflicht“, sagt Goletz. Wenn man mit sieben Kleinkindern ins Wickelzimmer gehe, könne man sich nicht gleichzeitig um die anderen Sprösslinge kümmern. In einer anderen Kita, so Goletz, hätten kürzlich sogar sechs Erzieherinnen an einem Tag gefehlt. Statt Eltern anzurufen, um ihre Kinder vorzeitig aus der Kita abzuholen, habe die Stadtverwaltung die Devise ausgegeben: Die Aufrechterhaltung des Betriebs hat oberste Priorität.

Steffi Mühlhäuser von der zuständigen Fachabteilung räumt „gelegentliche Engpässe“ in den Kitas ein. Vor allem im Herbst und Frühjahr sei der Krankenstand unter Erzieherinnen besonders hoch. Aber mit insgesamt 9,5 unbesetzten Erzieherinnen-Stellen und 25 Springkraftstellen stehe Tübingen vergleichsweise gut da. „Ich möchte nichts beschönigen“, so Mühlhäuser. Aber den Vorwurf, man verschleiere den Personalmangel, lässt sie nicht gelten.

Der Gemeinderat habe selber eine Vertretungsquote von acht Prozent beschlossen – diese habe der KVJS (Kommunalverband Jugend und Soziales) als Richtlinie vorgegeben. Ob diese Quote ausreicht, werde derzeit von ihrer Abteilung „flächendeckend“ überprüft. Nach Auskunft von Mühlhäuser gibt es für die kommunalen Kindertagesstätten 315 Stellen (das sind rund 450 Erzieherinnen) und 25 Vertretungsstellen. Alle Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen werden nach Tarif bezahlt. Die Springkräfte würden oft dort eingesetzt, wo Stellen über längere Zeit vakant bleiben. „Tübingen spürt den Fachkräftemangel langsam auch“, so Mühlhäuser. Aber er sei zum Beispiel im Vergleich zu Stuttgart „bei weitem noch nicht dramatisch“.

Das scheint Arvid Goletz und anderen Eltern nicht zu genügen. Er fordert die Stadt dazu auf, die Personalengpässe direkt mit den Eltern zu kommunizieren, und zwar nicht erst einige Tage später.

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28.11.2014, 12:00 Uhr

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