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Botschafter für Frankreich und Demokratie zu Gast in Tübingen

Emotionen für die Freundschaft

Leere Diplomatenfloskeln waren von ihm nicht zu hören. Der französische Botschafter zeigte sich gut informiert über Tübingen und seine Uni. Und hat Visionen für die deutsch-französischen Beziehungen.

14.06.2012
  • Hans-Joachim Lang

Tübingen. „Wir haben gemeinsame Interessen und Ziele“, betonte gestern Frankreichs Botschafter Maurice Gourdault-Montagne in der Universität, „wir sind mehr als ein Zollverein.“ Rektor Bernd Engler hatte ihn im Audimax vor 150 Gästen willkommen geheißen, auf 47 Tübinger Partnerhochschulen in Frankreich verwiesen, aber auch gemeinsame Anstrengungen angekündigt, die Beziehungen zu intensivieren.

Dank des Wagemuts Hans Küngs sei ihm schon vor über 40 Jahren die Bedeutung der Tübinger Universität klar gewesen, erwähnte der Botschafter. Küngs „Attempto“ setzte er in Bezug zu dem Motto des Universitätsgründers Graf Eberhard. Und dass der Platz vor der Neuen Aula dem Mut der Geschwister Scholl gewidmet sei, habe ihn berührt, bekannte Gourdault-Montagne.

Die wechselvolle Geschichte zwischen Deutschland und Frankreich sei bei weitem nicht nur durch Kriege geprägt, betonte der am Erbe der Freiheitsbewegungen orientierte Franzose. Darum hob er Gemeinsamkeiten hervor. Er erinnerte an die frühliberale Zeitung des Tübinger Verlegers Cotta, in der die Ideale der französischen Revolution verbreitet wurden, ebenso auch an die Freiheitsbegeisterung der jungen Tübinger Stiftler anfangs des 19. Jahrhunderts. Nicht zu vergessen die gegenwärtigen Akteure deutsch-französischer Freundschaft.

„Neue Impulse sind notwendig“, wechselte der seit März vorigen Jahres in Berlin amtierende Botschafter auf das Feld der aktuellen Politik, das von der Wirtschafts- und Schuldenkrise bestimmt wird. Maurice Gourdault-Montagne rühmte die deutsch-französische Freundschaft, die auf Regierungsebene „von wechselnden Gespannen“, von de Gaulle und Adenauer bis Sarkozy und Merkel, stets neu belebt worden sei.

Daran werde sich nach den Frankreich-Wahlen nichts ändern. Ihm gefällt die Symbolkraft von Gespannen: zwei unterschiedliche Tiere, die ihre Kräfte bündeln und in die gleiche Richtung ziehen. So auch bei hohen Tieren. Ohne neue deutsch-französische Impulse sieht Gourdault-Montagne weder Auswege aus der Wirtschaftskrise noch Fortschritte im europäischen Einigungsprozess. Ein verstärktes Engagement sei nur durch mehr Emotionen zu erzielen.

Emotionen für die Freundschaft
Vor seiner Rede im Audimax der Universität wurde dem französischen Botschafter Maurice Gourdault-Montagne von Oberbürgermeister Boris Palmer im Rathaus das Goldene Buch der Stadt zu einem Eintrag vorgelegt.

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14.06.2012, 12:00 Uhr

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