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Ende der Staus in Sicht
Eine Computersimulation zeigt, wie der neue A6-Neckartalübergang zwischen Heilbronn und Neckarsulm mal aussehen soll. Die derzeitige Brücke ist in einem sehr schlechten Zustand. Foto: Illustration: Ingenieurgesellschaft LAP-BUNG-Schüßler-Plan
Straßenbau

Ende der Staus in Sicht

Zwischen Weinsberger Kreuz und Wiesloch haben die Vorarbeiten für den Ausbau der A 6 auf sechs Spuren begonnen.

19.01.2017
  • HANS GEORG FRANK

Weinsberg. Bevor sich der erste Bagger bewegte, frohlockte der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) über den Nutzen eines der größten Infrastrukturprojekte im deutschen Südwesten: „Mit dem sechsstreifigen Ausbau der A 6 beseitigen wir einen berüchtigten Engpass auf einer der am stärksten befahrenen Ost-West-Achsen.“ Der Stau, „größter volkswirtschaftlicher Schaden“, werde verschwinden, weil die stark frequentierte Fernstraße als Projekt in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) „schnell, wirtschaftlich und mit hoher Qualität“ ausgebaut werde. Was Dobrindt im Oktober 2016 nach der Auftragsvergabe bejubelt hat, nimmt jetzt konkrete Formen an, die ersten Bäume sind gerodet. Den Zuschlag erhielt ein Konsortium aus dem Konzern Hochtief (Essen), Bauunternehmen Johann Bunte (Papenburg) und dem Infrastrukturfonds DIF (Luxemburg).

Täglich 100 000 Autos

Dieses Trio muss bis Juni 2022 die A 6 zwischen Wiesloch und Weinsberger Kreuz durchgehend auf sechs Spuren verbreitern. Auf einer Länge von 25,5 Kilometer werden bei laufendem Verkehr mit täglich 100 000 Fahrzeugen auch 36 Brücken, 13 Kilometer Lärmschutzwände, vier Rastanlagen und 17 Rückhaltebecken gebaut. 15 Kilometer warten auf offenporigen Flüsterasphalt.

Die Baukosten belaufen sich auf 600 Millionen Euro. Davon entfallen auf die Neckartalüberquerung bei Heilbronn etwa 170 Millionen Euro. Die mit 1326 Metern längste Autobahnbrücke in Baden-Württemberg ist in einem so schlechten Zustand, dass in jeder Fahrtrichtung ein Streifen gesperrt ist und Lastwagen große Abstände einhalten müssen. An diesem Nadelöhr staut sich der Verkehr Tag für Tag.

Von April bis Oktober 2019 sollen die Autos nicht stillstehen, um den 2,2 Millionen erwarteten Besuchern der Bundesgartenschau (Buga) ein Verkehrschaos zu ersparen. Die Projektgesellschaft ist verpflichtet, den neuen Brückenschlag über das Neckartal soweit fertigzustellen, dass auf einem Provisorium insgesamt sechs Fahrspuren zur Verfügung stehen. Nach der „Buga“ wird die Konstruktion aus Stahlbeton in ihre endgültige Lage geschoben.

Rücksicht auf „Buga“

Auf die Bundesgartenschau haben die Ingenieure auf dem gesamten Bauabschnitt Rücksicht zu nehmen. „Sechsstreifigkeit ohne sonstige Einschränkungen“, lautet die Vorgabe für die Verkehrsführung während der 173 Tage von 17. April bis 6. Oktober 2019. Dies sei zwar eine Herausforderung, aber nicht ungewöhnlich, erklärte Geschäftsführer Alexander Herrmann.

Der Auftrag für die „ViA6West“ summiert sich auf 1,3 Milliarden Euro. Dafür unterhalten die Projektpartner die A 6 auch auf insgesamt 47,2 Kilometern bis 31. Dezember 2046. Dafür ist eine eigene Betriebsgesellschaft nötig, da die Straßenmeistereien des Landes ab 1. Mai 2017 nicht mehr zuständig sein werden. Weil es sich bei dieser Lösung um ein „Verfügbarkeitsmodell“ handle, gebe es Geld vom Bund nur, wenn die A 6 tatsächlich vom Verkehr genutzt werden könne, sagte Herrmann bei der Vorstellung vor rund 300 Zuhörern in Sinsheim. „Zur Rückzahlung der Kredite erhält die ViA6West GmbH & Co. KG monatliche Zahlungen vom Bund, deren Höhe sich an der Verfügbarkeit der Aus- und Neubaustrecke orientiert“, präzisierte ein Firmensprecher auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE.

Damit das von Minister Dobrindt versprochene Ende der Staus Wirklichkeit werden kann, überweist der Bund für „ViA6West“ eine Anschubfinanzierung von 320 Millionen Euro.

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19.01.2017, 06:00 Uhr

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