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Endlich im Hardrock-Paradies
Fliegt nach New York zum Guns N Roses-Konzert: Marcel Felke. Foto: dpa
Nicht nur der größte deutsche Guns N Roses-Fan ist glücklich über das Comeback der Band

Endlich im Hardrock-Paradies

Guns N Roses sind zurück. Für Marcel Felke aus Dillingen ist es das wohl größte Ereignis seines Fan-Lebens. Er ist der Gründer des deutschlandweit einzigen Guns N Roses-Fanforums - und im Moment überglücklich.

05.04.2016
  • BRITTA SCHULTEJANS, DPA

Dillingen. Angefangen hat alles, als es schon beinahe zu spät war: 1992 bekam Marcel Felke von einem Klassenkameraden eine Kassette mit Songs von Guns N Roses - und wurde Fan. Für einen kleinen Eklat sorgte er, als er 14-jährig mit einem T-Shirt in seiner Schule aufkreuzte, auf dem eine ziemlich mitgenommene, barbusige Frau und die Aufschrift "Guns N Roses was here" zu sehen waren. Seine Mutter, Lehrerin an der Schule, verbot ihm, das Shirt noch einmal zu tragen. "Ich durfte es nie wieder anziehen", erinnert sich Felke. "Und zum Konzert durfte ich damals auch nicht gehen. Als ich dann 18 war, war es zu spät."

Denn im Juli 1993, ein Jahr, nachdem Felke Fan geworden war , standen Sänger Axl Rose und Gitarrist Slash zum letzten Mal gemeinsam auf einer Bühne - bis jetzt. Guns N Roses sind nach Jahrzehnten, in denen die Band nur noch ein Schatten ihrer selbst war, in einer Besetzung wieder da, die beinahe an die Kulttruppe heranreicht, die die Musikszene in den 80er und frühen 90er Jahren mit Hits wie "Sweet Child O Mine" oder "November Rain" auf den Kopf stellte.

Bei einem Überraschungs-Konzert in dem kleinen Club Troubadour in Hollywood - also ein vorgezogenes Comeback - waren Rose, Slash und Bassist Duff McKagan am Freitagabend zum ersten Mal wieder vereint. Als Zugabe soll es laut Songliste, die im Internet kursiert, den Klassiker "Paradise City" gegeben haben.

In so etwas wie dem Paradies wähnt sich auch Felke jetzt. "Das ist die Band, die man damals angefangen hat zu lieben. Die jetzt wieder zusammen auf der Bühne zu sehen, ist unglaublich." Der 37 Jahre alte Familienvater aus Dillingen ist der Gründer des seinen Angaben zufolge einzigen deutschen Fanforums für die Band. Auf der Homepage gunsnrosesonline.de und im Fanforum "Live and let die" teilt er Informationen über die Musiker mit rund 1500 Usern. 500 000 Beiträge sind schon zusammengekommen. Seit klar ist, dass die Band ein Comeback wagt, ist auch im Forum wieder mehr los. Vom "größten Rock-Spektakel des Jahrzehnts" schreibt die Zeitschrift "Metal Hammer". "Damals waren es Rockfans aus allen Bereichen, das wird heute genauso sein - nur dass der Durchschnitt älter sein wird, genau wie die Band", sagt Birgit Fuß, Redakteurin beim "Rolling Stone", über die Fans von Guns N Roses. "Ein paar Nachgeborene wollen sicher sehen, was an der Band dran ist, aber der Großteil geht bestimmt aus nostalgischen Gründen hin."

Das gilt auch für Felke, der jetzt, zum ersten Mal in seiner Fan-Karriere, die Chance hat, die jahrzehntelang verfeindeten Slash und Axl Rose gemeinsam auf einer Bühne zu sehen. Dafür will der Hardcore-Fan (Lieblingslied: "Estranged") im Sommer zum Konzert nach New York fliegen. "Es gibt zwar Gerüchte, dass sie auch für ein Konzert nach Deutschland kommen - aber wer weiß, wie lange sie sich vertragen." Sein großes Ziel: ein gemeinsames Foto mit Axl. "Diese Guns N Roses-Magie hat für mich persönlich immer Axl ausgemacht", sagt er. "Auch wenn viele sagen: Der kann nicht mehr singen, der ist dick geworden - das ist egal!"

2012 war es ihm tatsächlich gelungen, seinem Helden nach einem Auftritt in Mönchengladbach die Hand zu schütteln, ein Autogramm und ein Foto von ihm zu bekommen, wenn auch kein gemeinsames. Beides hat trotzdem einen Ehrenplatz im Haus der Familie. Den Rest seiner umfassenden Sammlung - unzählige Platten, T-Shirts und Guns N Roses-Christbaumkugeln inklusive - hat Felke seiner Frau zuliebe in Kisten gepackt und auf den Dachboden geschafft.

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05.04.2016, 06:00 Uhr

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