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1000 Arbeitsstunden

Energieagentur wählte die Isenburger Familie Rapp zum Energiesparer des Monats

Mit der energetischen Komplettsanierung ihres Hauses sparen die frisch gekürten Energiesparer zwei Drittel ihres bisherigen Energiebedarfs.

28.03.2013

Von Martina Lachenmaier

Isenburg. Das Häuschen der Rapps, Baujahr 1936, und von seiner Besitzerin gelegentlich als „alte Kiste? bezeichnet, hat sich in ein schmuckes Einfamilienhaus verwandelt, das nicht nur optisch, sondern auch energetisch allen modernen Erfordernissen an ein Wohnhaus genügt. Die umfassende energetische Sanierung hat den beiden Isenburgern den Titel „Energiesparer des Monats? eingetragen, den die Energieagentur Horb erstmals ausgelobt hat.

2002 wurde das Haus zunächst innen umfassend renoviert. Aus Behaglichkeitsgründen habe man den Kachelofen eingebaut, erklärte Michael Rapp, der als gelernter Forsttechniker „eine hohe Affinität zu Holz? hat. Unterstützend wurde damals auch eine neue Ölheizung eingebaut ? doch die hat sich eigentlich mit der jetzigen Sanierung fast überflüssig gemacht. „Inzwischen verheizen wir höchstens hundert Liter Heizöl im Jahr?, sagte Michael Rapp. Fünf Jahre später folgte der Einbau eines Holzvergaserkessels mit einem Pufferspeicher, der schon mit Anschlüssen und einem Wärmetauscher für eine solarthermische Anlage ausgestattet war. Die Nutzung von Sonnenenergie wollte sich die Familie offen halten, denn es war der Wunsch, das Haus weitgehend mit regenerativen Energien zu beheizen. Mit der Zeit entwickelten sich Jutta und Michael Rapp zu Energiesparfüchsen. Als vergangenes Jahr die Sanierung des Daches und der Einbau neuer Fenster anstand, holte sich das Ehepaar Rat beim Isenburger Energieberater Thomas Pischner. Schnell habe sich herausgestellt, dass es wenig Sinn macht neue Fenster in eine ungedämmte Fachwerkfassade einzubauen. Bauphysikalische Probleme wären zu befürchten gewesen. Also entschlossen sich die Bauherren für eine energetische Komplettsanierung des Hauses. Im Sommer wurde mit den Arbeiten begonnen, die bis auf den Fassadenputz beendet sind. „Es wurde in einem atemberaubenden Tempo gearbeitet, sagte Thomas Pischner. Profis hätten es nicht schneller machen können.?

Jutta und Michaela Rapp haben, unterstützt von Großvater Horst Pipiorke, mindestens 1000 Arbeitsstunden in das Haus gesteckt. Ohne die Unterstützung des Opas, der als gelernter Zimmermann eine sechzigjähriger Erfahrung auf dem Bau hat, hätten die Rapps die Sanierung nicht stemmen können. Die ganze Familie hat mit angepackt, auch die Kinder. Selbst wenn die Bauphase anstrengend war, viel Kraft gekostet und die Bauherren mit mancher unvorhergesehenen Herausforderung überrascht hat, sind sie jetzt rundum zufrieden. Die Komplettsanierung habe das Wohnklima im Haus deutlich verbessert, sagte Jutta Rapp. Die Familie spart damit nicht nur Geld, sondern auch Zeit, denn bisher hat die Familie 25 Festmeter Holz im Jahr eingeschlagen. Nach der Sanierung werden acht bis zehn Festmeter Holz reichen. Langweilig wird es den Rapps trotzdem nicht, denn der Garten, der durch die Sanierungsarbeiten etwas gelitten hat, soll neu angelegt werden.

Wie der Leiter der Energieagentur Horb, Martin Heer, beim Pressegespräch am Dienstag erklärte, wurde die Isenburger Familie aus mehreren Gründen zu den Energiesparern des Monats März gewählt. So habe die enorme Eigenleistung beeindruckt. Die Verwendung von Zellulose als Dämmstoff war ebenfalls preiswürdig. Thomas Pischner verwies auf die doppelte Speicherkapazität des Dämmmaterials, das als Recyclingprodukt aus Altpapier hergestellt wird, die Sommerhitze draußen und winterliche Heizwärme drinnen hält.

Wenig alltäglich sei zudem die Hausverschalung aus Schwarzwälder Weißtanne und die Solarthermieanlage an der Südfassade des Hauses, so Martin Heer. Als symbolischen Preis überreichte er den Preisträgern ein kleines Haus-Sparkässchen. „Energiesparen ist saumäßig einfach?, verkündet das Energiesparschwein, das Maskottchen der Energieagentur, darauf.

Info Die Energieagentur wünscht sich viele, den Rapps nacheifernden Energiesparer. Sanierer, Tüftler, Hausbauer, Sanierer, Vereine, Kommunen oder Bewerber aus Handwerk, Gewerbe und Industrie können sich als Preis-Aspiranten bei der Energieagentur melden: 0 74 51/6 25 00 33.

Die Rapps haben die energetische Sanierung ihres Häusles, darunter die Dämmung der Fachwerkfassade, mit Bildern dokumentiert. Privatbild

Der Energieagentur-Geschäftsführer Martin Heer (links), hat das Ehepaar Jutta und Michael Rapp, hier mit Großvater Horst Pipiorke (rechts), als Energiesparer des Monats März ausgezeichnet. Bild: la

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Erstellt:
28. März 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
28. März 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. März 2013, 12:00 Uhr

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