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Reutlinger Kleinod in Gefahr

Engste Straße der Welt in schlechtem Zustand

Die engste Straße der Welt zieht viele Touristen an – doch die Reutlinger Attraktion gerät in Schieflage.

22.06.2012
  • Thomas de Marco

Reutlingen. 31 Zentimeter ist die Spreuerhofstraße an der engsten Stelle nur breit. Deshalb wurde sie 2007 ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen und erfreut seither Touristen aus aller Welt. Viele Besucher sind allerdings auch enttäuscht vom baufälligen Zustand, berichtet Anwohnerin Martina Kober. Denn ein Haus gerät immer mehr in Schieflage, neigt sich zum gegenüberliegenden Gebäude. „Das schaut auf Dauer nicht gut aus“, sagte Finanzbürgermeister Peter Rist gestern bei einer Besichtigung mit dem Finanzausschuss.

Halbseitig könne die Gasse jedoch nicht gesperrt werden, witzelte Rist. Aber es müsse etwas getan werden, um dieses Kleinod zu erhalten, sagte der Bürgermeister. Ganz dringend sollte etwa das Dach saniert werden.

Allerdings steht das Gebäude nicht unter Denkmalschutz – könnten also abgerissen werden. Doch daran ist dem Eigentümer Dr. Rall Immobilien nicht gelegen. „Als Reutlinger Bürgern bedeutet uns die Gasse etwas“, sagte Titus Rall auf TAGBLATT-Anfrage. „Deshalb sind wir an die Stadt herangetreten, ob sie das Haus nicht kaufen will“, erklärte er. Rall hatte das Gebäude von der Stadt erworben. „Es abzureißen, wäre eine Dummheit ersten Ranges“, sagte Titus Rall, „aber eine wirtschaftliche Dummheit machen wir auch nicht.“ Deshalb sei die Stadt am Zuge.

Rist bezeichnete es durchaus als Option, das Gebäude zurückzukaufen. Architekt Andreas Hartmaier sieht die Möglichkeit, „etwas Gutes daraus zu machen“, sagte er bei der Besichtigung. Weil das aber Geld kosten dürfte, wurde der Finanzausschuss vorsorglich schon mal in die Enge getrieben – gestern beim Passieren der kleinsten Gasse der Welt.

Engste Straße der Welt in schlechtem Zustand
Maschendraht, Holzkeile zum Abstützen und Löcher im Dach – Reutlingens Touristenattraktion ist optisch keine Sehenswürdigkeit.

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22.06.2012, 12:00 Uhr

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