Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Entfesselt Trump die Wall Street?
In New Yorks Wall Street sitzt die Finanzbranche. Foto: Foto
Banken

Entfesselt Trump die Wall Street?

Der künftige US-Präsident will die Finanzbranche wohl nicht stärker regulieren. Ganz im Gegenteil.

18.11.2016
  • DPA

New York. „Wir werden den Sumpf trockenlegen“, kündigte Donald Trump im Wahlkampf an. Sein Versprechen: Dem „manipulierten System“ – der angeblichen Vetternwirtschaft zwischen dem Washingtoner Politikbetrieb und den Raffzähnen der Finanzwelt – ein Ende zu setzen. Nach seinem Wahlsieg ist von den populistischen Kampfansagen nicht mehr viel zu hören. Stattdessen schart der künftige US-Präsident Wall-Street-Insider um sich und schürt an der Börse Hoffnungen auf eine erneute Entfesselung der Finanzmärkte.

Im Wahlkampf flirtete Trump noch mit der radikalen Forderung nach einer Zerschlagung der Großbanken, der Wiedereinführung des „Glass-Steagall Act“, mit dem die US-Finanzindustrie 1933 nach der großen Depression an die Kandare genommen worden war. Mittlerweile dreht sich aber alles nur noch um die Frage, wie stark Trump die verschärften Regeln wieder aufweichen wird, die als Reaktion auf den Crash 2008 von der Obama-Administration verhängt worden waren.

Trump kündigte an, Obamas Reformpaket, den „Dodd-Frank Act“, zu demontieren. Die Hoffnung auf Deregulierung sorgte gepaart mit der Aussicht auf ein schuldenfinanziertes Wachstumsprogramm zeitweise für regelrechte Euphorie an den Finanzmärkten. Zu den großen Gewinnern an den US-Börsen zählten Finanzwerte wie Bankaktien.

Wie schnell der Wind sich drehen kann: Inzwischen wird der ehemalige Goldman- und Soros-Angestellte Steven Mnuchin in New Yorker Finanzkreisen als aussichtsreichster Kandidat für den Posten des Finanzministers in Trumps Regierung gehandelt. Als Banker und Hedgefonds-Manager ist der Mann eigentlich Inbegriff der von Trump angeblich so verschmähten Finanzelite.

Es gibt eine Parallele. Weniger als ein halbes Jahr, nachdem die Briten mit ihrem „Brexit“ die Welt durchgeschüttelt hatten, wählen die Amerikaner nun Trump. Das facht die Phantasien in den Finanzhochburgen dies- und jenseits des Atlantiks an: Ist der Weg nun frei, um die alte Achse des Investmentbankings zwischen New York und London wiederzubeleben? dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

18.11.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball