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Entführungsfall Würth: Frau lieferte Hinweis für Festnahme
Daniel Muth (l) und und Thomas Hauburger. Foto: Swen Pförtner dpa/lsw
Fulda

Entführungsfall Würth: Frau lieferte Hinweis für Festnahme

Im spektakulären Entführungsfall Würth hat eine Zeugin den wegweisenden Hinweis für die Verhaftung des mutmaßlichen Täters geliefert.

15.03.2018
  • dpa/lsw

Fulda. Die Frau aus dem Rhein-Main-Gebiet habe die Stimme des Tatverdächtigen wiedererkannt und im Januar, rund zweieinhalb Jahre nach der Entführung von Milliardärssohn Markus Würth in Osthessen, die Polizei informiert, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, Thomas Hauburger, am Donnerstag in Fulda. Die Polizei hatte zur Fahndung unter anderem den Mitschnitt eines Anrufs des Lösegeld-Erpressers verbreitet.

Der 48-Jährige sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft wegen des dringenden Tatverdachts des erpresserischen Menschenraubes. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine Haft zwischen fünf und 15 Jahren. Der mutmaßliche Täter schweigt zum Vorwurf. Er habe sich nach seiner Festnahme wortreich eingelassen, aber nicht zur Entführung geäußert, sagte Daniel Muth, Kriminaloberrat bei der Fuldaer Polizei. «Er hat zehn Stunden dauer-gequatscht», sagte Muth.

Spezialeinheiten der Polizei hatten den Mann aus Serbien am Mittwochmorgen in seiner Wohnung in einem Offenbacher Hochhaus festgenommen. Er soll im Juni 2015 den behinderten Sohn des baden-württembergischen Milliardärs und Unternehmers Reinhold Würth in Schlitz (Vogelsbergkreis) entführt haben. Nach einer gescheiterten Lösegeldübergabe wurde das Opfer tags darauf in einem Wald bei Würzburg an einen Baum gekettet aufgefunden. Er war unversehrt. Der Erpresser hatte den Ermittlern Koordinaten beschrieben, wo sie Markus Würth finden. Er war aufgrund seiner Behinderung nicht in der Lage, der Polizei wertvolle Hinweise zu den Geschehnissen zu geben.

Im Januar hatte die Hinweisgeberin aus dem Rhein-Main-Gebiet ein Fahndungsplakat zu dem Fall gesehen und sich bei der Hotline der Polizei den Sprach-Mitschnitt angehört. Die Stimme habe sie an einen Mann erinnert, der Handwerkerarbeiten in ihrem Haushalt erledigt hatte. Laut Ermittlern ist der 48-Jährige verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebe seit 1994 in Deutschland und habe keine Vorstrafen.

Im Fall Würth gab es nach 2015 einen weiteren Erpressungsversuch. Im April 2017 sei per E-Mail ein weiterer Kontakt zur Familie gesucht worden, teilten die Ermittler mit. Es seien 70 Millionen Euro in Kryptowährung verlangt worden. Der Erpresser habe gedroht, erneut den Würth-Sohn zu entführen oder ein anderes Mitglied der Familie. Doch dazu kam es nicht.

Die Polizei hatte den mutmaßlichen Entführer seit Januar intensiv überwacht und eine große Menge an Informationen gesammelt und ausgewertet. Es hätten allein 60 Millionen Datensätze aus Funkzellen eine Rolle gespielt.

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15.03.2018, 17:59 Uhr | geändert: 15.03.2018, 17:50 Uhr

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