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Expansion

Entlang der Lebensadern

Das Tübinger Unternehmen Kemmler Baustoffe erobert den badischen Raum und hat dort auch einen Mitbewerber gekauft.

21.02.2018
  • Moritz Hagemann

Der Blick auf die Landkarte ist bei den Baustoff-Experten von Kemmler offenbar kein seltener. Die Firma mit Sitz in der Reutlinger Straße in Tübingen hat in den vergangenen Wochen ein neues Ansiedlungsgebiet erschlossen: den badischen Raum. „Bislang war der Schwarzwald die Grenze“, sagt Markus Stanger, der Marketingleiter des Unternehmens.

Autobahnen nennt Stanger „Lebensadern, an denen sich unsere Standorte wie Perlenketten entlang ziehen“. An der A 8 von Dasing bis nach Pforzheim, an der A 81 von Weinsberg bis Donaueschingen oder von Nürtingen bis Dotternhausen entlang der B 27. Und schließlich von Aalen bis Neu-Ulm an der A 7. Kein Zufall: „Wir sind auch ein Logistikunternehmen.“

Konnte das Unternehmen zuvor seine Fahrer nur „alle drei, vier Tage“ ins Rheintal schicken, soll das künftig schneller möglich sein. Entlang der A 5 flattern bald die grün-gelben Fahnen im Wind. In Malterdingen (Kreis Emmendingen) hat Kemmler das „Schmidt Holz + Bauzentrum“ übernommen – mit allen 22 Mitarbeitern, darunter 2 Auszubildenden. Auch inklusive Geschäftsführer Axel Brucker, der Eigentümer der Immobilie bleibt. Bruckers Baustoff-Fachhandlung war mit 113 Jahren die älteste in diesem Bereich in der Region. Erst im vergangenen September hatten die Verhandlungen begonnen, Anfang Januar war alles klar.

In Ettlingen bei Karlsruhe ist das Gebäude schon gekauft, die Gespräche mit einem potenziellen Niederlassungsleiter sind „in den Endzügen“. Laut Stanger entstehen dort 10 bis 20 Arbeitsplätze. Auch in Bruchsal will Kemmler einen weiteren Standort aufbauen. „Die Mannschaften stehen da noch nicht“, sagt Stanger.

Mit der Erschließung des badischen Raumes knüpft Geschäftsführer Marc Kemmler, der die ganze Firmenfamilie in fünfter Generation leitet, an die in den frühen 60er-Jahren formulierte Strategie des verstorbenen Peter Kemmler an. Der wollte das Unternehmen „in konzentrischen Ringen um Tübingen herum wachsen“ lassen.

Marketingleiter Stanger betont, dass sich auch die Fertigstellung der neuen Lagerhalle am Firmensitz Tübingen Mitte 2017 voll ausbezahlt habe: „Wir können alles besser aufteilen und sind so einfach schneller beim Kunden.“ Auch das Sortiment sei mittlerweile breiter aufgestellt worden. Die drei neuen Standorte im Rheintal werden zentral von Tübingen aus mitbetreut und verwaltet.

Insgesamt betreibt Kemmler aktuell 24 Standorte im Baustoffhandel in Baden-Württemberg und Bayern.

Zahlen zum Unternehmen: 333 Millionen Euro Umsatz

Im Jahr 2017 konnte die Kemmler Baustoffe GmbH ihren Umsatz auf 333 Millionen Euro steigern. 2016 waren es noch 307 Millionen Euro gewesen. Ende des Jahres 2017 waren insgesamt 1300 Mitarbeiter dort beschäftigt, davon rund 220 am Firmensitz in Tübingen. Und etwa 600 weitere bei den drei Schwesterunternehmen (Kemmlit, Kemmler Industrie und Beton Kemmler). Kemmler gehört zu den fünf größten privaten Baustoff-Fachhändlern bundesweit und gilt im Bereich der Fliesen als Marktführer in Baden-Württemberg. Im Ranking des Portals „Die Deutsche Wirtschaft“ wird Kemmler auf Platz 106 der wichtigsten deutschen Mittelstandsbetriebe geführt.

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21.02.2018, 01:00 Uhr

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