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US-Rakentenangriff

„Entschlossene Schritte“

08.04.2017
  • PETER DE THIER

Washington. In den USA stößt der von Präsident Donald Trump angeordnete Angriff auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt auf breite Zustimmung. Sowohl Vertreter des konservativen republikanischen Parteiflügels als auch führende Demokraten lobten den US-Präsidenten für den überraschenden Militärschlag. Gleichwohl weisen Experten darauf hin, dass das offenkundige Fehlen einer längerfristigen Strategie für den Umgang mit Syriens Präsident Baschar al-Assad Risiken birgt.

Das Pentagon veröffentlichte Videomaterial, das den Abschuss der „Tomahawks“ von US-Zerstörern zeigt. Die Marschflugkörper gelten als präzise. Die Luftangriffe hätten das Ziel gehabt, die syrische Regierung von weiteren Chemiewaffen-Einsätzen abzuschrecken. Die Zerstörung von Flugzeugen und Infrastruktur werde die Möglichkeiten dazu einschränken.

Zum ersten Mal nach zweieinhalb Monaten im Amt hat Trump eine Entscheidung getroffen, die von einer deutlichen Mehrheit seiner Landsleute unterstützt wird. Die Attacken mit 59 unbemannten Tomahawk-Marschflugkörpern „haben gezeigt, dass die Zeiten, in denen Assad ungestraft Giftgas gegen unschuldige Zivilisten einsetzen kann, der Vergangenheit angehören“, sagte der Senator und frühere Präsidentschaftskandidat Marco Rubio.

Die Senatoren John McCain und Lindsey Graham, bisher zwei der schärfsten Kritiker von Donald Trump in den Reihen der Republikaner, hoben hervor, dass „der Präsident im Gegensatz zu seinem Vorgänger in einem kritischen Augenblick in Syrien entschlossene Schritte unternommen hat.“ Sie spielten darauf an, dass der ehemalige Präsident Barack Obama verbal eine „rote Linie“ gezogen und gesagt hatte, dass die USA militärisch eingreifen würden, wenn die syrischen Streitkräfte Chemiewaffen gegen die eigene Bevölkerung einsetzen. Als dies 2013 dann aber geschah, ordnete Obama Luftangriffe an, die wieder abgeblasen wurden.

Entscheidung ohne Kongress

Auch führende Demokraten signalisierten ihre Zustimmung zum amerikanischen Militärschlag. Einschränkend meinte allerdings Senator Tim Kaine, der frühere Vizepräsidentschaftskandidat unter Hillary Clinton, dass gegen den Präsidenten ermittelt werden solle, weil er die Attacken ohne die Zustimmung des Kongresses in Auftrag gab.

Vereinzelte Kritiker bemängeln lediglich, dass Trumps Entscheidung erneut spontan und emotional war. Welche Folgen diese im Nahen Osten und für die komplexen US-russischen Beziehungen entfalten könne, habe er nicht einkalkuliert. Peter De Thier

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08.04.2017, 06:00 Uhr

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