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Entspannt gegen den FC Bayern
Freiburgs Routinier Mike Frantz. Foto: Eibner
Süd-Schlager

Entspannt gegen den FC Bayern

Freiburgs Routinier Mike Frantz freut sich auf den besten Gegner.

19.01.2017
  • THOMAS GOTTHARDT

Ulm. Einen schöneren Start ins Bundesliga-Jahr 2017 kann sich Mike Frantz nicht vorstellen. Morgen kommen die Bayern nach Freiburg. Der 30-Jährige macht im Interview klar, dass das für den Tabellenführer kein Spaß wird.

Sie sind am vergangenen Samstag aus dem Trainingslager im warmen Spanien zurück ins kalte, verschneite Freiburg gekommen. Wünschen Sie sich einmal im Jahr einen Job in einem warmen Büro?

Mike Frantz: Nein, überhaupt nicht. Trotz allem können wir das Privileg genießen, als Fußballer arbeiten zu dürfen.

Sehen Ihre zum Teil deutlich jüngeren Team-Kollegen das auch so?

Ich glaube, dass wir in Freiburg eine besondere Haltung haben und wir uns abheben von anderen Vereinen. Wir alle leben Bodenständigkeit vor. Wir fühlen uns nicht als etwas Besseres oder Besonderes, nur weil wir mit Fußball unser Geld verdienen.

Sie hatten in Spanien bestimmt die Zeit nachzudenken und nachzurechnen, wie die zweite Saisonhälfte verlaufen muss, damit der Sportclub, aktuell 23 Punkte, nicht absteigt. Ihre Rechnung?

Sowas habe ich mir abgewöhnt. Uns darf nichts belasten und euphorisieren. Unter der Woche arbeiten, um am Wochenende gute Leistungen abzuliefern. Darum geht es. Wenn wird das in den noch 18 Spielen oft genug schaffen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir genügend Punkte holen.

Der SC hat das Jahr 2016 mit einem Sieg in Ingolstadt beendet. War das wichtig in Hinblick auf Arbeitsmoral und Stimmung im Trainingslager?

Wenn du laut Tabelle nicht den Megadruck verspürst, dass du wirklich jeden Punkt brauchst, dann macht das alles einfacher. Bei uns geht es aber auch um die Entwicklung von jungen Spielern. Deshalb ist ein einzelnes Resultat nicht so wichtig.

Im Kicker war eine Umfrage unter ihren Bundesliga-Kollegen zu lesen. Bei der Frage, welcher Klub bisher für positive Überraschungen gesorgt hat, wurde der Sportclub nicht genannt. Überrascht?

Das interessiert mich nullkommanull. Vermutlich ist das eher Anerkennung für uns. Die anderen Mannschaften trauen uns viel zu, nämlich da in der Tabelle zu stehen, wo wir stehen. Das wollen wir in der Rückrunde bestätigen.

Zumindest Trainer Christian Streich tut viel, damit der Klub im Gespräch bleibt. Er äußert sich häufig und dann sehr offen zu politischen Themen. Wie kommt das im Team an?

Die Medien thematisieren Dinge, die aktuell eine Rolle spielten. Der Trainer wird dann gefragt, und er redet über das, was ihm wichtig erscheint. Er ist halt authentisch. Dass er gefragt wird, hat auch viel mit Vertrauen und Respekt ihm gegenüber zu tun.

Sieben Siege und Niederlagen bisher. Braucht der SC mehr Konstanz?

Wenn wir noch konstanter spielen würden, dann stünden wir auf einem Champions-League-Platz. Wir waren in den meisten Spielen auf Augenhöhe, waren in vielen besser und nur gegen Leipzig chancenlos. Es geht auch nicht alleine um Konstanz, andere Mannschaften spielen auch Fußball. Und da haben wir es immerhin sieben Mal geschafft, den Gegner zu besiegen.

Es gab in der Hinrunde eine Phase mit drei Niederlagen in Folge. Hatten Sie Angst, dass alles kippt?

Nein, viele Spieler bestreiten ihre erste Bundesliga-Saison. Uns war bewusst, dass so eine Phase kommen kann und vielleicht auch nochmal kommen wird. Entscheidend ist, wie man in solchen Phasen miteinander umgeht und dass man da als Mannschaft wieder rauskommt.

Kollektiver Wille und eine herausragende kollektive Laufleistung. Das sind zwei Erfolgsfaktoren. Wie sieht es mit dem rein Fußballerischen aus?

Schauen Sie sich mal die Bundesliga an. Leipzig spielt wie wir extrem gegen den Ball, hat eine hohe Laufleistung und schaltet nach vorne schnell um. Bei anderen Teams ist das ähnlich. Nur der FC Bayern ragt rein fußballerisch heraus. Es geht darum, kompakt zu stehen, aggressiv zu verteidigen, Gegenpressingsituationen zu kreieren und dann vorne eiskalt zu sein. Es ist unangenehm, gegen uns zu spielen, weil wir mehr laufen als der Gegner, und weil sich bei uns wirklich jeder auch um Defensivaufgaben kümmert.

An diesem Freitag kommt der FC Bayern. Ist das ein Spiel wie jedes andere?

Nein, der FC Bayern ist derzeit der beste Gegner, gegen den man in Deutschland spielen kann. Du brauchst einen außergewöhnlich guten Tag, um zu punkten. Dennoch gehen wir entspannt ins Spiel. Wir wollen die Zuschauer mitnehmen, das Stadion zu einem Hexenkessel werden lassen.

Wie muss ein Team auftreten, um die Münchner zu besiegen?

Was alle Mannschaften hatten, die bisher gegen Bayern gepunktet haben, war, dass sie sehr leidensfähig waren. Dann kommen die Standards oder Kontersituationen. Die musst du mit aller Kraft zu Ende spielen. Wir müssen jeden Raum auf dem Platz mit großer Leidenschaft verteidigen.

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19.01.2017, 06:00 Uhr

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