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"Er liebte das Leben"
Westerwelles Mann Michael Mronz (2.v.r) umarmt nach der Feier einen Trauergast. Links Prälat Karl Jüsten, der die Predigt hielt. Foto: afp
Bewegender Abschied von Guido Westerwelle in Köln

"Er liebte das Leben"

Er habe sie zur Weißglut treiben, aber auch zum Lachen bringen können, sagt Merkel über Westerwelle. Bei einer bewegenden Trauerfeier erweisen ihm Politiker und Prominente die letzte Ehre.

04.04.2016
  • PETRA ALBERS, YURIKO WAHL-IMMEL, DPA

Köln. Es ist ein emotionaler und bewegender Abschied unter großer Anteilnahme. Die Spitzen des Staates sind nach Köln gekommen, um Guido Westerwelle die letzte Ehre zu erweisen: eine sichtlich getroffene Kanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und Bundestagspräsident Norbert Lammert. Merkel sagt in einer sehr persönlichen Ansprache, sie und Westerwelle hätten sich auch nach seiner Amtszeit als Außenminister nie aus den Augen verloren. "Wir haben uns immer auch über das Leben ausgetauscht." Westerwelle sei ein leidenschaftlicher Politiker gewesen, ein empfindsamer und streitbarer Mensch, der sie ebenso "zur Weißglut" wie zum Lachen habe bringen können. Der FDP-Politiker werde ihr als "überzeugter Vertreter des deutschen Liberalismus" und Kämpfer für Menschenrechte und Freiheit fehlen, vor allem aber: "Ich persönlich werde dich als Menschen und Vertrauten vermissen."

Auch der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Karl Jüsten, spricht in dem ökumenischen Trauergottesdienst in der St.-Aposteln-Kirche viel von dem Privatmenschen Westerwelle. Jüsten kannte den früheren FDP-Vorsitzenden seit Kindertagen in Bad Honnef. "Er suchte Anerkennung, Liebe und Geborgenheit", sagt der Prälat. Diese habe er vor allem bei seinem Ehemann Michael Mronz gefunden. Während seiner Krankheit habe er großen Zuspruch erhalten, das habe ihm gut getan.

Seine letzten Monate hatte Westerwelle in der Kölner Universitätsklinik verbracht, dort starb er am 18. März mit 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung. Mehrfach werden in der Trauerfeier die Bemühungen der Pfleger und Mediziner hervorgehoben.

Für den Musikliebhaber Westerwelle intoniert der Chor der Oper Köln "O welche Lust" aus der Beethoven-Oper "Fidelio". Die Klassische Philharmonie Bonn spielt aus Verdis "La Traviata" und "Nabucco".

Hochemotional wird es, als Vicky Leandros, eine enge Freundin Westerwelles, eine umgetextete Version ihres Liedes "Ich liebe das Leben" anstimmt: "Schön war die Zeit mit dir. Wir wissen, du liebst das Leben. Und weinen wir heute sehr um dich. Du bleibst im Herzen sicherlich." Ihr Gesang rührt viele der Trauergäste zu Tränen.

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04.04.2016, 06:00 Uhr

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