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Bohren unter Aufsicht

Erdwärme fürs Rathaus ohne Risiko anzapfen

Mit der Rathauserweiterung in Kirchentellinsfurt soll auch die Heiztechnik auf den neuesten Stand gebracht werden. Um alle Bedenken hinsichtlich des Untergrunds auszuräumen, beobachtet ein Gutachter die Erdwärme-Probebohrung.

30.10.2012
  • Stephan Gokeler

Kirchentellinsfurt. Eigentlich stand nur die Vergabe der ersten Bauaufträge für die Rathauserweiterung auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Die neue Heizungsanlage, die sich aus Erdwärme speist, gehörte dazu. Mit 182 000 Euro bot eine Firma aus Nagold den besten Preis. Doch bevor der Rat den Zuschlag erteilen konnte, stellte Werner Rukaber (SPD) die Grundsatzfrage: „Gibt es im Gemeinderat überhaupt noch eine Mehrheit für eine Erdwärmeheizung?“

Immer wieder hatte es bei den vorangegangenen Beratungen kritische Stimmen im Gemeinderat, aber auch von Kirchentellinsfurter Bürgern gegeben. Sie bezogen sich auf Beispiele aus dem südbadischen Staufen und anderen Gemeinden, in denen Bohrungen für Erdwärmesonden dazu geführt hatten, dass der Untergrund aufgequollen war und dadurch große Schäden an Gebäuden entstanden waren. Ob so etwas in Kirchentellinsfurt nicht auch passieren könnte und wer dann die Folgen zu tragen hätte, wurde gefragt.

Bürgermeister Bernhard Knauss und Ortsbaumeister Martin Lack traten allen Befürchtungen entgegen. Es gebe im Kirchentellinsfurter Untergrund keine Gipsschichten, die durch den Kontakt mit Wasser aufquellen könnten, das habe das Landratsamt als Genehmigungsbehörde geprüft. Dokumentiert sei dies auch durch Bohrungen privater Hausbesitzer, die im Ort bereits etliche Erdwärmeheizungen installiert hätten, ohne dass es zu Problemen gekommen sei.

Öffentliche Bohrung zum Zugucken

Um jegliches Restrisiko ausschließen zu können, werde die Gemeinde außerdem einen speziellen Gutachter zur Probebohrung hinzuziehen. Sollte doch irgendwo Gips im Bohrkern auftauchen, werde die Bohrung sofort gestoppt, versprach Knauss. Das Bohrloch könnte dann ohne Folgen wieder versiegelt werden.

Diese Probebohrung werde außerdem öffentlich erfolgen, damit alle interessierten Bürger live dabei sein und dem Gutachter über die Schulter gucken könnten, erläuterte Lack. Die Mehrkosten in Höhe von rund 6000 Euro seien für die zusätzliche Sicherheit und Transparenz gut investiert.

Das fand auch Andreas Heusel (FWV), der in der Vergangenheit zu den Bedenkenträgern gehört hatte. „Mit dem vorgeschlagenen Verfahren habe ich ein gutes Gefühl“, sagte er. Einen Antrag, die Heizungsplanung noch einmal über den Haufen zu werfen, stellte kein Gemeinderat.

Einstimmig gingen sämtliche ausgeschriebenen Arbeiten an den jeweils günstigsten Bieter. Für insgesamt gut eine Million Euro vergab der Gemeinderat Aufträge. Der Rohbau mit gut 360.000 Euro und Elektroarbeiten für 246.000 Euro waren neben der Heizung die größten Einzelposten. Mitte November soll die Baustelle für die Erweiterung des Kirchentellinsfurter Rathauses eingerichtet werden.

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30.10.2012, 12:00 Uhr

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