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Wie geschmiert

Erfolgreiche 24-Stunden-Übung der Nachwuchs-Feuerwehr in Nordstetten

24 Stunden Arbeits- und Bereitschaftsdienst sind bei Berufsfeuerwehren die harte Alltags-Nuss. Umso respektabler ist es, dass sich die Nordstetter Feuerwehrjugend dieser Herausforderung schon im dritten Übungsjahr stellt. Und das mit Bravour.

16.11.2015
  • Gabriele Weber

Nordstetten. Das Prädikat „Mit Bravour“ erteilte das für den Einsatz zuständige fünfköpfige Ausbildungsteam. Darin das Jugendleitungs-Dreigestirn, Jugendbetreuer Reinhard Schulze (Daimler-Berufsfeuerwehrmann, mittlerer Feuerwehrdienst) sowie den Jugendwarten Matthias Bäuerle und Julius Waldmann. Letzterer ist ein Eigengewächs der Abteilungsjugendarbeit. Schulze und Benno Weinstein hatten die acht Übungen ausgearbeitet. Im Team eine geschätzte Größe ist auch Julia Lormis, die Schriftführerin und „Werbefee“ (Schulze) der Abteilung. Für Außenstehende gut erkennbar ist, dass die Chemie zwischen Jugend und Ausbildern stimmt. Und das ist Motivation für das Engagement bei der Feuerwehr, sagen die Jugendlichen, weil man hilfreiche Menschen braucht.

Die Beteiligten waren sich um 16 Uhr am Samstag einig, nach 24 Stunden querbeet von technischer Hilfe (Umgang mit technischem Gerät), Brandbekämpfung bis Umweltschutz: Wie geplant war es wieder spannend, vielseitig und hat auch ziemlich Spaß gemacht. Müde war man allerdings auch.

Drei Szenarien hatte sich der Nachwuchs gewünscht: Es wurden die Themen Menschen- und Tierrettung sowie Brandlöschen. Freilich gehörte auch Theorie wie Fahrzeugcheck und -kunde zum Programm. Das relativ komplexe Ausbildungsthema Einsatzstellen-Funk hatte man dann selber praxistauglich auszuarbeiten und den eingefleischten Fachleuten zu präsentieren. Sonntagmorgen war für die zwei Jungs und drei Mädchen Ausschlafen angesagt.

Im Ernstfall wären die acht Szenarien an Herz und Nieren gegangen, wären Leib und Leben, Hab und Gut bedroht gewesen. Die leichteste Übung war Nummer fünf, der Fehlalarm am Samstagmorgen um sieben Uhr. Allerdings war die Gruppe schon um sechs Uhr zu einem Einsatz mit dem Wassersauger (Wasser im Keller) alarmiert worden. Nach einer kurzen Nacht. Doch auch für einen Fehlalarm sind zur Einschätzung der Situation alle fünf Sinne gefordert – und auch noch die Intuition als sechstem Sinn. „Den Feuerwehrsinn“, wie der gut gelaunte Waldmann schmunzelnd zur SÜDWEST PRESSE sagte.

Ein Papagei im Baum und eine brennende Hütte

Wie ausgangs einer Schulwoche zu erwarten, musste die Jugend kurz in die Gänge kommen. Die erste Herausforderung, zu der man mit dem LF 8/6 anfuhr, forderte sogleich 112 Prozent. Für die gewünschte Menschenrettung trafen die Fünf auf den Abteilungs-Dummy „Horst“ unter dem Fahrzeuganhänger. Er war ansprechbar . Die Ersthelfer mit Notfallkoffer überwachten Puls und Atmung. Im Ernstfall wäre das DRK Mühringen dazugekommen. Parallel wurde das Fahrzeug gegen Wegrollen gesichert, der Anhänger mit technischem Gerät angehoben und Horst auf die Trage befördert.

Gegen 17.30 Uhr, zurück im Domizil, wollten die Sprösslingen zum Schupfnudelessen eigentlich gar nicht die Schuhe ausziehen, erzählte Schulze. Und in der Tat folgte bald der nächste Einsatz: Bei der Rettung von Anna Schulzes Stoffpapagei aus einem Baum war das Anlegen der zweiteiligen Steckleiter im Geäst trotz guter Ausleuchtung nicht leicht. Da mussten die Erwachsenen mit ran.

Dann endlich der prächtige Brand des Holzhäuschens von Konstrukteur Matthias Bäuerle. Der Wind förderte schnell den Vollbrand und das gewünschte Spritzen. Hier war klar zu erkennen, dass den Jugendlichen, die ihnen eingangs zugeteilten Positionen wie Wasser-, oder Schlauch- oder Angriffstrupp sehr vertraut ist. Es lief wie geschmiert. Und nach dem Befehl „Ablöschen“ war es um 21 Uhr wieder zappenduster.

Gegen 21.30 war Feierabend für heute – oder nur Pause? Filme schauen und Popcorn futtern war angesagt. Bis um 23.30 Uhr Schluss mit Einlullen war: Bei der letzten Tagesaufgabe des Freitags eilten die zehn Feuerwehrleute mit dem Fahrzeug und Blaulicht zum Kleinbrand vor dem Ort bei der Grillhütte. Am Samstag wurde fachgerecht die Personenrettung im Baum abgearbeitet und auch der Ölbinder bei der Ölspur im Röhrenbrunnenweg zum Einsatz gebracht. Locker in die Vollen ging es beim Bowling auf dem Hohenberg. Und dann mit Ernst bei der Sache zum Abschluss an den Abbau in der Einsatzstation und das Fahrzeugrichten.

Erfolgreiche 24-Stunden-Übung der Nachwuchs-Feuerwehr in Nordstetten
Der Nordstetter Feuerwehr-Nachwuchs war bei der 24-Stunden-Übung gut gefordert.Bilder: Kuball

Bei der Nordstetter Feuerwehr sind zehn Kinder und Jugendliche (vier Mädels, sechs Jungs) im Alter von zehn bis 15 Jahren in der Ausbildung. Darunter sind zwei Kinder, die schon bei der Feuerwehr-AG an der örtlichen Grundschule von Jugendbetreuer Reinhard Schulze Feuer gefangen haben. Die Übungen für die angehenden Feuerwehrleute im Alter von neun bis 17 Jahren sind 14-tägig immer dienstags von 18 bis 19.30 Uhr.

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16.11.2015, 12:00 Uhr

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