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Eine Drei-Häuser-Geschichte

Erfolgreiche Sanierungen bereichern die Ortsmitte von Bildechingen

Eine Freude an das Dorf verschönerndem Fachwerk hat Hobby-Bäschtler Josef Schelhammer: Inzwischen hat er 15 Modelle von , zumeist ortsbildprägenden Gebäuden. Deshalb sein Tipp an die SÜDWEST PRESSE, mal ein Foto von zwei bis drei in den letzten Jahren „hergerichteten“, auf ihre Weise ungewöhnlichen Exemplaren in der Zeitung zu zeigen.

21.08.2015
  • Gabriele Weber

Denn, wann sieht man schon mal ein „fernblaues“ Fachwerk, wie die Farbe von der Lackfirma bezeichnet wird. Zu sehen ist es seit April in Schelhammers Nachbarschaft Marienstraße 5 der Familie Monika und Gatte und beruflicherseits Maler Mathias Clausen (Firma Maler- und Lackierbetrieb J&S. Müller, Horber Industriegebiet). Zur Vorgeschichte: Wie Schelhammers Bruder Kurt, der verstorbene ehemalige Ortsvorsteher und freie Mitarbeiter der SÜDWEST PRESSE, in einem Artikel Anfang der 1980er-Jahre informierte, konnte über eine Inschrift auf einem giebelseitigen Balken erwiesen werden, dass das Haus bereits 1738 von einem böhmischen Zimmermann erbaut worden war. Das aus Stuttgart zugezogene Paar Rolf und Waltraud Stüber nahmen sich damals mit viel handwerklichem Geschick und Courage des Hauses an und retteten es vor dem Zerfall.

In der Häusergeschichte der Ortsarchivare Erna Jesse und Günther Blank ist zu erlesen, dass das Haus erstmals 1811 in einer Steuerliste als „Zweigeschossiges Wohnhaus mit Stallung unter einem Dach mit gewölbtem Keller und Backofen im 2. Stock, angebaut an Geb. Nr. 41 a, später Geb. 40“ unter der Adresse „Oben im Dorf, Geb. 41“ aufgeführt ist. Damaliger Eigentümer war Melchior Saiber.

1999 erwarben die seinerzeit 5-köpfige Clausens das Haus von den Stübers, sanierten für ihre Zwecke und gaben dem Fachwerk die Farbe Weinrot. 16 Jahre danach war es Zeit für einen Neuanstrich, so Mathias Clausen. Auch wurde beispielsweise im Erdgeschoss altersgerecht umgebaut. Im Familienrat einigte man sich nach vorheriger Computerdarstellung auf das Fernblau, dazu die roten Läden. - Ein Blau in dieser Ausstrahlung kann mit Erläuterungen plötzlich ganz nahe liegen. Das Paar Clausen, das 1984 „ins Schwabenländle“ zog, stammt aus dem Norddeutschen. Er aus Flensburg, Sie aus Hamburg. Also gar nicht weit weg von Skandinavien, wo die Farbe daheim ist. Nach anfänglicher Skepsis ist sie auch bei den Nachbarn „gut angekommen. Ich weiß, es war sehr mutig gewesen“, weiß Mathias Clausen.

Blau-rot im Grundton ist nicht neu in der Straße. Nachbar Klemens Kappe kaufte vor 18 Jahren das Anwesen Marienstraße 1 an der Straße unterhalb von Nr. 5, sowie das dahinterliegende Nr. 3; erstmals im Ortsarchiv zu finden ist es im 1. Feuerversicherungsbuch aus 1822. Darin ist über Marienstraße 1, damals „Beim Brunnen- Geb. Nr. 42“, zu lesen von einem „Zweistockigen Wohnhaus, Backofen im zweiten Stock außer dem Haus“. Marienstraße 3 erwarb Kappe als Scheune, der er 1999 für seine Zwecke eine Zukunft gab: Die PR-Agentur, Gesellschaft für Marketing und Kommunikation „fach werk“ ist dort über zwei Stockwerke mit freizügiger Galerie angesiedelt. Der Geschäftsführer traf seine Farbwahl bereits von 6 bis 7 Jahren. Seither ist durch die Fenster noch die Farbe Gelb in der Marienstraße angekommen.

Die Stübers sind derweil in der gleichfalls historischen Lindenbrunnenstraße, Haus Nummer 15, zu finden. Auch dort wurde seit dem Erwerb des Hauses, das gleichfalls erstmals 1811 in den amtlichen Unterlagen der Gemeinde dokumentiert ist, 1999 umfangreich saniert. Wie Rolf Stübers Sohn Michael und Gattin Claudia der SÜDWEST PRESSE erzählen, wurden die beiden imposanten die beiden imposanten Fachwerkgiebel, die sich auf der Gebäuderückseite gen Ortsdurchfahrt B 14 aus Richtung Horb zeigen, in den beiden vergangenen Jahren saniert. Keine Frage, ein Blickfang für Vorbeifahrende, wenn sie denn das Auge kurz schweifen lassen wollen - und können in der vielbefahrenen Trasse.

Nichts Neues zu berichten hatte dagegen Josef Schelhammer auf die Frage der SÜDWEST PRESSE nach seinem schon angekündigten 16. Modell: „Ich habe was vor. Aber solange es so warm ist, kann ich nicht anfangen.“ Doch wie der Schwabe sagt – und hofft: Auf ebbes g`wieß, kann man gut warten.

Erfolgreiche Sanierungen bereichern die Ortsmitte von Bildechingen
In Bildechingen gibt es mehrere Beispiele von schön sanierten Häusern: Monika und Mathias Clausen bewohnen das „fernblaue“ Gebäude (Bild links), im blau-roten Grundton ist das Haus des Nachbarn Klemens Kappe (rechts unten) und die Stübers sind stolz auf ihre imposanten Fachwerkgiebel (rechts oben). Bilder: Kuball

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21.08.2015, 12:00 Uhr

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