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Kommentar zum Gewerbepark Engstingen-Haid

Erfolgsgeschichten hinterm Albtrauf

Es war eine mutige Entscheidung, ein Weg mit dem Ziel zwar, irgendwann einmal die Ernte einzufahren, aber eben doch ein unsicherer, weil es keine Vorbilder dafür gab. Was sich die beiden Gemeinden Engstingen und Hohenstein und das Städtchen Trochtelfingen nach dem Abzug der Bundeswehr vor 15 Jahren gemeinsam vorgenommen und was sie aus ihrem Projekt gemacht haben, kann sich sehen lassen.

07.08.2008
  • Bernd Ulrich Steinhilber

Auch wenn die drei Kommunen immer noch auf den Ertrag warten, sind doch viele Arbeitsplätze entstanden und aus der ehemaligen Eberhard-Finckh-Kaserne wurde ein Gewerbepark mit Perspektiven. Dass man noch nicht mit klingender Münze profitiert hat, hängt mit den Investitionen zusammen, die nötig waren, um die Immobilien am Markt zu platzieren. Aktuell wird Kapital in die Erweiterung des Parks gesteckt, damit sich noch mehr Gewerbe ansiedeln kann.

Der Name „Gewerbepark Engstingen-Haid“ hat einen guten Klang in der Region. Die Leistung des Zweckverbandes nötigt Respekt ab. Dass sich hier Firmen wie Vöhringer niederlassen, bestätigt das Konzept. Wer daran zweifelt, sollte auf der Internetseite „www.gewerbepark-haid.de“ nur einmal das Branchenverzeichnis studieren.

Aber was sonst hätte man mit der alten Kaserne anfangen können! Dass sich der Zweckverband ihrer angenommen hat, ist auch deshalb verdienstvoll, weil sich die ferne Bundesvermögensverwaltung schwer damit tat, das aufgelassene Areal gründlich zu verwalten, weil sie mitunter ohne Ansehen der Person Immobilien vermietete und damit wenig zum nachhaltigen Aufbau beitragen konnte. Der Zweckverband musste sich lange und immer wieder auch vor Gericht mit renitenten Mietern herumschlagen – bis sich die Zeiten endlich zum Besseren wandelten.

Tatsächlich gab es Ende der 80er Jahre eine Alternative, die Engstingen mit starken Partnern vor seinen Toren hätte verwirklichen können: ein interkommunales Gewerbegebiet zwischen B 312 und L 230, womöglich mit Aussicht auf einen neuen Albaufstieg – den man immer noch für dringend nötig erachtet. Freilich hätte man sich dann in Abhängigkeiten begeben. Realsteuern wären ins Tal geflossen.

Im Übrigen ist gerade Engstingen auch ein schönes Beispiel dafür, wie man durch eigene Initiativen Wachstum anregt. 250 Bauplätze wurde seit 1990 in der Gemeinde ausgewiesen, und es ist die Freie Waldorfschule auf der Alb, die Bürgermeister Klaus-Peter Kleiner weitsichtig in den Flecken integriert hat. „Die Waldorfschule war ein starker Entwicklungsfaktor für die Gemeinde“, stellt er immer wieder fest. Viele Familien sind zugezogen und haben sich in Engstingen niedergelassen. Auch dies ist eine der erstaunlichen Erfolgsgeschichten knapp hinterm Albtrauf.

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07.08.2008, 12:00 Uhr

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