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Erleuchtung von ganz oben
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Horb

Erleuchtung von ganz oben

Blitzhauptstadt, was für ein Titel. Mit seinen 25 000 Einwohnern hat das eher durchschnittliche Städtchen Horb am Rande des Schwarzwalds bisher wenige Preise einsacken können.

25.11.2015
  • BENJAMIN BREITMAYER

Und jetzt das: 29 meisterliche Blitze pro Quadratkilometer hat das Unternehmen "nowcast" gemessen - Deutschlandrekord. An 115 Tagen schickte Petrus im laufenden Jahr 971 275 seiner flammenden Lanzen gen deutschen Boden.

Das seien laut "nowcast" rund 80 000 Blitze mehr als im Vorjahr. Erklärt wird das Ganze mit der Klimaerwärmung - anderthalb bis zwei Grad mehr als das langjährige Mittel von 1981 bis 2010, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt. Dadurch stehe mehr Energie in der Atmosphäre zur Verfügung und ein Provinznest wie Horb wird zum deutschen Meister im Blitzeabbekommen. Stellt sich die Frage, was die Horber mit dem Titel anfangen.

An die Tatsache, dass der Himmel über Horb des öfteren leuchtet, haben sich die Einheimischen bereits gewöhnt. Insider berichten, dass es in der Neckarstadt gängige Praxis ist, den Aufwach-Kaffee durch ein entspanntes "Metallstangen-in-den-Himmel-halten"-Ritual zu ersetzen. Der Meistertitel bringt aber auch Chancen: Eines der wichtigsten politischen Ziele der Stadt heißt "Klimaneutrale Kommune". Bisher ist das Vorhaben kläglich gescheitert. Größere Projekte - etwa Windparks - werden hier ohne Gnade von der Rotmilan-Lobby zerfleddert, und ein paar Solarpanels auf den angrenzenden Unwetter-Wiesen erzeugen einfach nicht genügend Saft, um die Horber Weihnachtsbeleuchtung zum Glühen zu bringen.

Hier ließe sich der "Metallstangen in den Himmel halten"-Ansatz aufgreifen, um die kostbare Elektrizität ins Horber Netz zu speisen. Die Gefahr, dass dabei im Rathaus die Sicherungen durchbrennen, ist zwar vorhanden, doch böse Zungen behaupten, dass die Stadtoberen - zumindest, was ihre klimapolitischen Ziele angeht - ans "Im-Dunkeln-Tappen" gewöhnt sind.

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25.11.2015, 08:30 Uhr | geändert: 25.11.2015, 06:01 Uhr

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