Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Soko "Flagge" vor der Auflösung

Ermittlungsgruppe führt Aufklärungsarbeit im Mordfall Bögerl im kommenden Jahr weiter

Fünfeinhalb Jahre nach der Entführung und Ermordung Maria Bögerls zeichnet sich eine neue polizeiinterne Weichenstellung ab. Ende dieses Jahres soll die Sonderkommission "Flagge" aufgelöst werden.

11.11.2015
  • ERWIN BACHMANN

Ulm Die im Mai 2010 gebildete Soko hatte mit rund 80 Ermittlern angefangen. Im Laufe der Zeit wurde die Personalstärke dieser aus verschiedenen Spezialisten zusammengesetzten Truppe immer wieder vermindert. Aktuell gehören der beim Polizeipräsidiums Ulm angesiedelten Soko "Flagge" nach Angaben von Armin Burger, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Ellwangen, noch 13 in Vollzeit beschäftigte Beamte an, die aber nicht jeden Tag in vollem Umfang tätig sind. Wie Polizeisprecher Wolfgang Jürgens erläutert, schwankt die Soko-Stärke gegenwärtig zwischen zehn und 18 Angehörigen, je nach Lage.

Das Ende der Soko wird aber nicht den Schluss der Aufklärungsarbeit in dieser Mordsache bedeuten, die zu den spektakulärsten Fällen der Nachkriegszeit zählt. Die Sonderkommission wird in eine so genannte Ermittlungsgruppe übergeführt, die bei der Ulmer Kriminalinspektion 1 angesiedelt sein wird. Deren Chef ist Kriminaloberrat Thomas Friedrich, bisher schon Leiter der Soko "Flagge", wird auch weiterhin an der Spitze der neuen Ermittlungsgruppe stehen. Wie die Staatsanwaltschaft betont, werden die Ermittlungen von den gleichen Personen weitergeführt. "Die Tätigkeit bleibt am Ende genau gleich", bestätigt man im Ulmer Präsidium, das von einer Umbenennung spricht: Eine Soko bestehe aus mehreren Einsatzabschnitten, was hier nicht mehr gegeben sei, weil außer den "Ermittlungen" alle anderen Bereiche abgearbeitet seien.

Aber noch firmiert die Organisationseinheit als Soko, die schon deshalb ein Stück Kriminalgeschichte schreiben wird, weil es zumindest in Baden-Württemberg noch nie eine Sonderkommission mit einer solch langen Lebensdauer gegeben hat. Und dort hat man auch jetzt noch durchaus viel zu tun. Schon im Mai dieses Jahres hatte Friedrich gegenüber unserer Zeitung angekündigt, ein zweites Mal den riesigen Bestand von 600 000 Datensätzen überprüfen zu lassen, der vor allem aus Handy-Verbindungen besteht. Diese Mobilfunkdaten waren bereits in einem frühen Ermittlungs-Stadium ausgewertet worden. Mittlerweile steht der Polizei eine neue, auf den Bedarf der Ermittler zugeschnittene Software zur Verfügung, die Fehler und Überschneidungen in den Datensätzen verschiedener Provider finden und bereinigen kann.

Dem laufenden Unternehmen liegt offenbar die letzte große Hoffnung zugrunde, auf methodischem Wege mit Hilfe neuer Technik zu einer neuen Spur zu kommen. Andere Möglichkeiten, wie etwa ein unter tausenden Männern gestarteter Massen-Gentest, sind ausgereizt - und keine der mehr als 10 000 Spuren, welche die Soko "Flagge" im Laufe der zurückliegenden Jahre aufgenommen hat, hat das gehalten, was sie vielleicht einmal versprochen hat. So gibt es denn aktuell weiter keine greifbaren Ermittlungsansätze und nichts, was auf eine heiße Spur hindeutet, nicht einmal auf eine lauwarme.

Ermittlungsgruppe führt Aufklärungsarbeit im Mordfall Bögerl im kommenden Jahr weiter
Steckt der Täter im Datenbestand? Soko-Leiter Thomas Friedrich setzt bei der Aufklärung des Mordfalls Bögerl weiter auf Hartnäckigkeit. Foto: Oliver Vogel

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

11.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball