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Erneut Luchs auf der Schwäbischen Alb
Felix Böcker von der Forstlichen Versuchsanstalt mit Luchs B433. Foto: FVA
Mangels Partnerin werden "Friedl" und "B433" allerdings wieder abwandern

Erneut Luchs auf der Schwäbischen Alb

Nach Luchs "Friedl", der im Alb-Donau-Kreis und um Ulm herum streifte, ist ein weiteres der seltenen Tiere mit einem Sender ausgestattet worden. "B433" ist derzeit auf der Schwäbischen Alb unterwegs.

12.04.2016
  • PETRA LAIBLE

Ulm. Nach dem dreijährigen "Friedl" nun der ein Jahr jüngere "B433": Diese nüchterne wissenschaftliche Bezeichnung trägt ein weiterer Luchs, den Jäger in Oberschwaben entdeckt und fotografiert haben. Wissenschaftler konnten die seltene Raubkatze mit einem Sender-Halsband ausstatten, darüber informierte gestern Naturschutzminister Alexander Bonde (Grüne). So können gesicherte Erkenntnisse über Lebensräume und Wanderrouten der Tiere gewonnen werden. Ursprünglich stammt der zweijährige, männliche Luchs aus dem Schweizer Kanton Thurgau. Seine genaue Herkunft habe aufgrund der individuellen Fleckenzeichnung des Fells geklärt werden können.

Bisher ist bekannt, dass "B433" von Oberschwaben rund 20 Kilometer weiter in Richtung Norden gezogen ist und sich nun auf der westlichen Schwäbischen Alb bewegt. Genauere Angaben wollen die Wissenschaftler von der Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in Freiburg noch nicht veröffentlichen, um einen "Luchs-Tourismus" zu verhindern. "Eine breite Öffentlichkeit ist dem Luchs nicht zuträglich", sagte Judith Ohm.

Auch Kreisjägermeister Max Wittlinger hat derzeit keine genauere Kenntnis. Die Informationen würden meistens ein, zwei Tage zurückgehalten, damit sie nicht durchsickern. Zudem sei nicht jeder Jagdpächter erfreut, wenn ein Luchs in seinem Revier auftaucht. So sei es auch nicht ausgeschlossen, dass einer auf die Idee kommt, den Luchs zu schießen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich "B433" und "Friedl" begegnet sind, die beiden sich aber nicht längere Zeit im selben Gebiet aufhalten werden. Der dreijährige "Friedl" ist ebenfalls aus der Schweiz abgewandert, direkt verwandt seien die Raubkatzen aber nicht, erklärte Ohm.

Der Landesjagdverband hatte die Raubkatze auf den Namen "Friedl" getauft und für sie die Patenschaft übernommen. Das Männchen hatte vor rund einem Jahr im Mittleren Schwarzwald ein Sender-Halsband erhalten und streifte Ende August und Anfang September 2015 über die Schwäbische Alb, seine Spuren wurden im Lautertal, auf der Ehinger Alb, im Schmiechtal, auf Arnegger Gemarkung und im Söflinger Klosterwald bei Ulm gefunden. Derzeit ist er im Donautal unterwegs.

Nachdem die Batterie des Halsbands rund ein Jahr hält, hätte sie bei "Friedl" nun ausgetauscht werden müssen. Dies sei nicht gelungen, führte Bonde an. Vergangenen Freitag habe sich das Halsband durch einen automatischen Mechanismus vom Tier gelöst. Die Wissenschaftler hoffen jedoch, dass "Friedl" in die eine oder andere "Fotofalle" laufen wird, um seine weitere Spur verfolgen zu können.

"Auf der Suche nach einem neuen Revier und einer Partnerin wandern männliche Luchse weite Strecken", sagt Ohm. Die Weibchen dagegen nicht. In Baden-Württemberg konnten bislang überhaupt keine weiblichen Luchse nachgewiesen werden. "Friedl wird hier keine Partnerin finden und über kurz oder lang abwandern", so Ohm.

Gefahrlos für den Mensch

Trio Drei Luchse sind derzeit in Baden-Württemberg bekannt: „Friedl“, „B433“ und ein weiteres Männchen, das Anfang des Jahres im Schwarzwald gesichtet wurde. Ein viertes männliches Tier war 2013 in der Region Wutachschlucht im Südschwarzwald tot gefunden worden, es war krank gewesen. Luchse gehören zu den seltensten Tieren in Baden-Württemberg.

Gefahr Luchse, die etwa die Größe eines Schäferhundes erreichen, stellen nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft und Naturschutz keinerlei Gefahr für den Menschen dar. Wenn sich die beiden begegneten, ziehe sich die Raubkatze zurück.

Hinweise Das landesweite Luchs-Monitoring wird laut Ministerium in enger Absprache mit der Arbeitsgruppe „Luchs und Wolf“ durchgeführt, in der Verbände aus Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz vertreten sind. Hinweise auf Luchse sollten rasch an die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg, Tel. (0761) 401 82 74 gemeldet werden. lai

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12.04.2016, 06:00 Uhr

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