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Bundesliga-Hit

Erst Clásico, dann Showtime

Der FC Bayern will sich mit einem Sieg gegen Dortmund ein gutes Gefühl vor den Champions-League-Begegnungen gegen Real Madrid verschaffen.

08.04.2017
  • GEROLD KNEHR

Seit einigen Jahren spricht man vom „deutschen Clásico“, wenn, wie heute (18.30 Uhr/Sky), der FC Bayern auf Borussia Dortmund trifft. Diese beiden Teams haben in den vergangenen sieben Jahren die deutsche Meisterschaft unter sich ausgemacht.

Angelehnt ist diese Bezeichnung an den Zweikampf in Spanien zwischen den ewigen Rivalen Real Madrid, den 32maligen spanischen Meister, und FC Barcelona (24 Landestitel). Aktuell führt Real Madrid die Tabelle in der Primera División mit 71 Punkten an, Barça hat als Zweiter zwei Zähler weniger.

Hierzulande sind die Kräfteverhältnisse klarer verteilt. Die Münchner (65 Punkte) führen die Bundesliga mit klarem Vorsprung an, der BVB hat 15 Zähler weniger und ist momentan lediglich Vierter. Auch in Sachen nationale Titel – die Bayern waren 26 Mal deutscher Meister, Dortmund „nur“ achtmal – klafft eine klare Lücke. Im Vergleich zu Spanien ist die Bezeichnung „Clásico“ also ein kleiner Etikettenschwindel.

Die große Brisanz wie in Spanien fehlt der heutigen Begegnung. Die Bayern werden, stürzt der Himmel über dem Freistaat in den nächsten Wochen nicht ein, ihren 27. deutschen Meistertitel holen – auch wenn sie heute verlieren sollten. Die Dortmunder Spieler hingegen müssen alles daran setzen, um sich die beiden Newcomer 1899 Hoffenheim und RB Leipzig vom Leibe zu halten und sich als Zweiter oder Dritter direkt, also ohne Qualifikations-Umweg, für die nächste Champions-League-Saison zu qualifizieren.

Für den FC Bayern, der sich unter der Woche Hoffenheim mit 0:1 hatte geschlagen geben müssen, hat das heutige Spiel eher psychologische denn sportliche Bedeutung. Das liegt – ausgerechnet – an Real Madrid. Am Mittwoch kommen die „Königlichen“ zum Champions-League-Viertelfinalspiel in die Allianz Arena, sieben Tage später, am 18. April, steigt im großen Bernabeu-Stadion bereits das Rückspiel. „Dann ist Showtime“, betont Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge die Bedeutung der Königsklasse für den FCB. Deshalb geht es für die Münchner heute in erster Linie darum, sich ein gutes Gefühl für die geplante Festpielwoche zu holen. „Wenn wir gut gegen Dortmund spielen, ist unser Selbstvertrauen gegen Real Madrid besser. Wir brauchen die beste Leistung und die beste Aufstellung. Keine Rotation“, betont Trainer Carlo Ancelotti. Torhüter Manuel Neuer (Fußoperation) und Offensivmann Thomas Müller (Knöchelverletzung) fallen heute allerdings aus, sollen aber am Mittwoch wieder dabei sein.

Duell der Torjäger

Für zwei Spieler indessen geht es jedoch mehr als nur um drei Punkte. Dortmunds Angreifer Pierre-Emerick Aubameyang und der ehemalige BVB-Stürmer und jetzige Münchner Robert Lewandowski liefern sich einen spektakulären Zweikampf um die Torjäger-Kanone. Aubameyang liegt mit 25 Treffern um ein Tor vor Lewandowski. Der wiederum hat mehr Treffer von Teamspielern vorbereitet als der egoistischere Dortmunder.

Beide sind ganz unterschiedliche Typen – auf und neben dem Platz. Der 28-jährige Lewandowski, der demnächst Vater wird, gilt als Musterprofi. Er ist ein kompletter Spieler, der mit seiner feinen Technik wenig Platz zum Toreschießen braucht. Der ein Jahr jüngere Aubameyang hat das Image eines Exzentrikers, nicht erst seit seiner erneuten Maskenaffäre, mit der er den BVB und dessen Ausrüster brüskierte. Er lebt von seiner Schnelligkeit und benötigt Platz, sie auszuspielen.

Eines haben beide gemein: Sie sind Fans von Real Madrid. Und hoffen insgeheim, einmal beim „wahren Clásico“ dabei zu sein.

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08.04.2017, 06:00 Uhr

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