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Kommentar zum Umgang mit der drohenden Schweinepest

Erst ducken, dann fordern

In der Krise um die Afrikanische Schweinepest gibt der Deutsche Bauernverband bislang ein schlechtes Bild ab. Es war seit langem absehbar, dass Deutschland hier von Osteuropa aus Unheil droht. Präventivmaßnahmen der Bauern unterblieben jedoch weitgehend. Ein Notfallplan wurde nicht erarbeitet.

14.01.2018
  • Mathias Hausding

Berlin. Nun steht die Seuche vor der Tür, und prompt regieren Populismus und Aktionismus: Die Jäger sollen 70 Prozent der Schweine abschießen, fordert der Bauernverband. Aber das tun die Waidfrauen und Männer bereits. Von rund 900 000 Tieren, die sich über das Jahr in deutschen Wäldern tummeln, wurden im jüngsten Jagdjahr knapp 600 000 Stück erlegt. Sicher, die Jäger könnten noch mehr tun. Aber das Hauptproblem ist die starke Vermehrung der Wildschweine. Weil sie in den hiesigen Landschaften einen so reich gedeckten Tisch vorfinden, werden Jungtiere immer früher geschlechtsreif und bekommen immer früher Nachkommen.

Der Bauernverband sollte sagen, welchen Beitrag die Landwirte im Kampf gegen die Seuche leisten wollen. Ziel muss es sein, den Wildschweinen das Leben schwer zu machen und den Jägern die Arbeit zu erleichtern, indem etwa in ausreichendem Maße Schneisen zwischen den Feldern angelegt werden.

Von Behördenseite wäre zudem eine Fülle von Maßnahmen denkbar, um die Zahl der Wildschweine und damit die der möglichen Krankheitsüberträger zu dezimieren. Auch hier fehlt ein bundesweit einheitlicher Plan. Durchaus sinnvoll, aber politisch heikel wäre zum Beispiel eine Aufhebung des Jagdverbots in Naturschutzgebieten. Wenn die Pest-Gefahr so groß ist, wie derzeit beschworen, darf es keine Tabus geben.

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14.01.2018, 01:00 Uhr

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