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Keine neuen Versuche am Tübinger Max-Planck-Institut

Erste Folgen der Debatte um Forschung an Affen

Das Tübinger Max-Planck-Institut (MPI) für biologische Kybernetik zieht erste Konsequenzen aus der aktuellen Debatte um die Versuche mit Affen.

18.09.2014
  • hoy

Tübingen. Die Max-Planck-Gesellschaft und deren Präsident Prof. Martin Stratmann erklären, dass das MPI „vorerst keine weiteren Versuche mit Primaten“ beantragen werde und „künftig auf den Einsatz der Führstangen bei Trainingsmaßnahmen der Affen verzichtet“. Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft sprach von einem „ersten Maßnahmekatalog“ zur Verbesserung der organisatorischen Strukturen am Institut. Solange dieser nicht abgearbeitet sei, werde man keine neuen Versuche mit Affen beantragen.

Bei der tierärztlichen Betreuung der 42 Primaten stoße man an Kapazitätsgrenzen. Für die Primatenhaltung soll daher ein Leiter in Vollzeit gesucht werden, der selbst Tierarzt ist. Außerdem werde „sofort und dauerhaft zusätzliche externe tierärztliche Kapazität verfügbar gemacht“. Verbessert werden soll zudem die Betreuung der Primaten nach einer Operation. Personell solle auch nachts deren Beobachtung sichergestellt sein. Schriftlich dokumentiert werde in Zukunft auch die Nahrungsaufnahme und das Nahrungsangebot für die Affen.

Prinzipiell stellt der Präsident die tierexperimentelle Forschung des MPI jedoch nicht infrage. Für medizinische Diagnose-Instrumente wie die gängige Magnetresonanztomografie gebe es für die Neurokognitions-Wissenschaftler keine Alternative zur Forschung mit Tierversuchen. Ebenso bei der Erforschung von Hirnschrittmachern für Parkinson-Patienten. Im internationalen Vergleich habe Deutschland „eines der strengsten Tierschutzgesetze“.

Die Tübinger Bundes- und Landtagsabgeordneten der Grünen verlangten dagegen am Donnerstag in einer gemeinsamen Presseerklärung „strengere Regeln für Tierversuche“ auf Bundesebene. Chris Kühn und Daniel Lede Abal fordern im „Wissenschaftsstandort Tübingen eine offene Debatte über Tierversuche und deren Grenzen. Die grundsätzlichen ethischen Bedenken aus der Gesellschaft gegenüber Tierversuchen an nicht-menschlichen Primaten teilen wir“, erklären die Abgeordneten.

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18.09.2014, 12:00 Uhr

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