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Insolvenzverwalter prüft noch

Erste Interessenten für Neth’sche Firmen

Zumindest ein Teil des Neth’schen Firmenimperiums in Mössingen könnte gerettet werden. „Es gibt erste vorsichtige Interessenten“, sagte Inolvenzverwalter Gerhard Walter jetzt dem TAGBLATT.

02.11.2012

Mössingen. Wie ist der Stand des Verfahrens? Nachdem die Erben des im Juli verstorbenen Maschinenbaufabrikanten Wilhelm Neth Anfang Oktober einen Antrag auf Nachlassinsolvenz gestellt hatten – um nicht selber für die hohen Schulden haften zu müssen –, war vor drei Wochen das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet worden. Dabei wird geprüft, ob Zahlungsunfähigkeit vorliegt oder eine Überschuldung. Laut Walter ist Ersteres der Fall: „Wir haben Zahlungsunfähigkeit.“ Ob eine Überschuldung vorliegt, könne er momentan noch nicht sagen. Das werde noch geprüft. Da müsse erst das Gesamtvermögen gegen die Gesamtschulden gerechnet werden. Wie berichtet, keine so einfach Sache im Falle von Neth, der als persönlich haftender Eigentümer ein Geflecht von Firmen und Immobilien hinterlassen hat: neben der Maschinenfabrik auch das Ofterdinger Hofgut Jungviehweide und den Fleischzerlegungsbetrieb mit Handelshaus Delicasa.

Ob für die Fabrik oder die Immobilie(n) Interessenten bei ihm angeklopft haben, wollte Walter zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Dazu sei es noch zu früh. Es seien Interessenten, „die sich einen Überblick verschaffen wollen“. Die Maschinenfabrik Wilhelm Neth hat einen guten Kundenstamm, auch noch Aufträge, schrieb in den letzten drei Jahren allerdings rote Zahlen. Aus Belegschaftskreisen ist zu hören, dass lediglich noch 39 Leute dort beschäftigt sind. Laut Insolvenzverwalter Walter geht es aber, wenn man alle dazurechnet, „Richtung 50“; diverse Mitarbeiter seien in Kurzarbeit oder auch krank. Bis Ende November zahlt die Agentur für Arbeit den Beschäftigten Insolvenzgeld.

Am 1. Dezember soll dann das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet werden. Die Entscheidung darüber fällt das Amtsgericht. Der Insolvenzverwalter liefert dazu das Gutachten, die Empfehlung. Es könnte mangels Masse auch abgewiesen werden. Davon sei jedoch, so Walter, „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ nicht auszugehen. bau

Info: Ein Nachlassinsolvenzverfahren ist eine besondere Form des 1999 neu gefassten Insolvenzrechts. Mit einem entsprechenden Antrag versuchen die Erben, eine Trennung des Nachlasses vom Eigenvermögen zu erreichen, so dass sie nicht mit ihrem Gesamtvermögen (Nachlass plus Eigenvermögen) haften.

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02.11.2012, 12:00 Uhr

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