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Klopp tröstet Mourinho

Erster Sieg, doch Liverpools neuer Trainer fühlt mit dem Geschlagenen

3:1 bei Chelsea! Jürgen Klopp hat in England das erste Ausrufezeichen gesetzt, seine Mannschaft verkürzt den Abstand zur Spitzengruppe. Dagegen muss der geschlagene Kollege um seinen Job fürchten.

02.11.2015
  • SID

London Als aus dem Lautsprecher José Mourinho plötzlich "The Silent One" geworden war, verspürte sogar Jürgen Klopp Mitleid. "Natürlich fühle ich mit José. Letztes Jahr in Dortmund hatte ich eine ganz ähnliche Situation", sagte Klopp nach dem wohl folgenschweren 3:1 seines FC Liverpool beim Ligakonkurrenten FC Chelsea. Denn während Hoffnungsträger Klopp endlich den ersten Sieg auf der Insel feiern durfte, steht der streitbare Portugiese vor dem Aus.

"Mou am Ende? Erst war es eine Seifenoper, dann eine Pantomime, jetzt wird es ein Zirkus", so schrieb die Tageszeitung Sun über Mourinhos erneut seltsames TV-Interview direkt nach der sechsten Niederlage im elften Ligaspiel. Die ersten vier Fragen beantwortete der 52-Jährige allesamt mit "Ich habe nichts zu sagen", vier weitere mit einem schlichten "Nein". Dann ging er.

Mourinho ahnte da wohl bereits, dass es eng wird für ihn. Das Heimspiel gegen Klopps Liverpool war zum Schicksalsspiel erkoren worden, nach der verdienten Pleite und angesichts des 15. Tabellenplatzes stehen die Zeichen bei Englands amtierenden Meister auf Trennung. Portugiesische Medien spekulierten bereits, Mourinho werde schon am Mittwoch im Champions-League-Spiel gegen Dynamo Kiew nicht mehr auf der Bank sitzen.

Zumindest die Fans an der Stamford Bridge halten weiter zu Mourinho, immer wieder sangen sie seinen Namen. Die brennende Frage ist jedoch, ob auch Klubchef Roman Abramowitsch weiterhin Geduld aufbringt. Auch Klopp weiß, wie wichtig der Rückhalt im Verein ist. "Bei mir war damals das Gute, dass niemand Zweifel an mir hatte. Niemand", sagte er nach der Partie in London. Bei Chelsea sieht es wohl anders aus. "Die Mannschaft ist zu Tode gelangweilt von Mourinhos taktischer Zwangsjacke", so analysierte die Daily Mail und brachte den Namen Guus Hiddink ins Spiel. Mourinho, der erst im August einen neuen Vier-Jahres-Vertrag unterschrieb, habe Probleme im Verhältnis zu seinen Schlüsselspielern.

Klopp konnte das alles egal sein. Nach dem Siegtor durch Christian Benteke explodierte "The Normal One", blies die Backen auf und sprang mit verschränkten Beinen hoch in die Luft. "Mehr geht für heute nicht", sagte Klopp, der anschließend sogar auf eine Titelchance der Reds angesprochen wurde. Klopp lächelte die Frage mit dem Satz "Sind Sie verrückt? Glauben Sie wirklich, dass wir uns damit beschäftigen?" gekonnt weg. Mourinho fand erst 30 Minuten nach dem Schlusspfiff seine Sprache wieder, er polterte wie gewohnt gegen die Schiedsrichter.

Erster Sieg, doch Liverpools neuer Trainer fühlt mit dem Geschlagenen
Nach dem Spiel an der Stamford Bridge: José Mourinho (rechts) gratuliert Jürgen Klopp. Foto: Action Press

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02.11.2015, 12:00 Uhr

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