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Hunger und Durst, Läuse und Flöhe sowie ein fürchterlicher Gestank

Erster Weltkrieg: So war das „Leben“ im Graben

An die 200 Postkarten aus dem Ersten Weltkrieg hat die Kirchentellinsfurterin Barbara Krahl in einem Album entdeckt, das ihrer Großmutter gehörte. Elsa Hädrich war 1914 bei Kriegsbeginn im August 18 Jahre alt und bekam reichlich Post von ihrem Verehrer Paul, der in Frankreich eingesetzt war. Die Kriegspostkartenindustrie florierte ordentlich.

31.07.2014

Kirchentellinsfurt. Eines der eher seltenen Motive zeigt diese Fotografie: Soldaten stehen mit ihrem Atem- und Augenschutz im Graben, beobachten den Feind. Ob Brille und Maske wirklich vor einem Gasangriff Schutz boten, muss allerdings hinterfragt werden.

Die Zensur ließ diese Karte aber durchgehen, die Szene ist denn auch recht harmlos und zeigt lediglich, dass der Feind im Auge behalten wird. Die Brutalität des Krieges wurde freilich nicht abgelichtet. Weder die Leichen vor und hinter den Gräben noch zerfetzte Leiber in den Gräben wurden als Karten nach Hause geschickt, das Elend des Krieges durfte nicht fotografiert werden. Das „Leben“ im Graben war alles andere als heimelig: Im Sommer brütende Hitze, im Winter Eiseskälte, katastrophale sanitäre Verhältnisse.

Die Latrinen stanken fürchterlich, dazu waberte Verwesungsgeruch der Leichen über die Gräben, Ratten huschten vorbei. Soldaten wateten im Dreck und Schlamm, litten Hunger und Durst, bekamen Durchfall, Typhus oder Cholera, manche auch einen „Grabenkoller“, Läuse und Flöhe hatten sie sowieso. Und ringsherum war alles zerstört, nur Öde weit und breit. Hin und wieder verschickten Soldaten Postkarten mit Verletzten in Lazaretten. Sie sollten dokumentieren, dass sie gut versorgt sind.

ede / Repro: Hantke

Eine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg wird heute in Wannweil eröffnet, in Stuttgart („Fastnacht der Hölle“ im Haus der Geschichte) läuft sie noch bis zum 1. März 2015. Am 15. November informiert die Tübinger Ausstellung über Propaganda und Dokumentation im Ersten Weltkrieg.

Erster Weltkrieg: So war das „Leben“ im Graben

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31.07.2014, 12:00 Uhr

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