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Kostproben aus Spanien

Erster von sechs Sommerleseabenden entführte in der Deutschen liebstes Urlaubsland

Mit Flamenco-Klängen begannen gestern die 6. Rottenburger Sommerleseabende. Alfonso Lombana und Anita Glunz trugen spanische Romances und Coplas vor, Theresa Schneck las aus Carlos Ruis Zafons „Im Schatten des Windes“.

17.08.2014
  • Ulrich Eisele

Rottenburg. Ein kühler Wind strich den Neckar herunter, die untergehende Sonne vergoldete Rottenburgs beliebteste Ausflugs-Terrasse. Ideale Startbedingungen also für die Sommerleseabende vorm Haus am Nepomuk, die dieses Mal von Ernst Heimes, Jürg Gaebele, dem Förderverein Stadtbibliothek und dem Bistro & Lounge veranstaltet werden. Rund 250 Zuhörer genossen den Start der Reihe, die Literatur, Musik und Kulinarisches aus sieben Ländern präsentiert.

„Wir wollen versuchen, die Vielfalt dieser Stadt aufzuzeigen“, begrüßte Renate Witte, Vorsitzende des Fördervereins, die Gäste. Musikalisch wärmte das Trio Ralf Harwarth, Erik Soyez und Gert Baumhauer das Publikum mit Flamenco-Klängen an. „Flamenco ist nicht einfach ein Tanz, sondern eine Sprache, in der man Freude, Trauer, Leidenschaft ausdrücken kann“, erklärte Karin Mohr, sie führte anmutig und graziös vor, was darunter zu verstehen sei.

Alfonso Lombana und Anita Glunz lasen anschließend spanische Romances und Coplas vor; ersteres sind längere balladeske Dichtungen – eine handelte von einem Ritter auf der Jagd, eine zweite von einem todgeweihten Jüngling, der noch einmal seine Liebe sehen möchte –, letzteres kurze Aphorismen über die Liebe. Lombana ist Germanist, lebt in Rottenburg und arbeitet als Dozent in Madrid; Anita Glunz unterrichtet am Eugen-Bolz-Gymnasium.

Nach der Pause begeisterten Julia Peußer, Theresa und Eva Schneck, begleitet von Vater Thomas, das Publikum mit einem argentinische Volkslied. Die Schneck-Töchter haben dort eben ein Soziales Jahr absolviert. Mit viel Ausdruck trug Theresa Schneck auch das erste Kapitel aus Carlos Ruis Zafons „Im Schatten des Windes“ vor; der Roman handelt von einem Teenager in Barcelona, der von seinem Vater, einem Antiquar und Buchhändler, in die Geheimnisse der Liebe zu Büchern eingeweiht wird.

Langsam färbte sich der Horizont dunkler, die Eh’gner Kirchtürme glichen Scherenschnitten. Die Zuhörer hüllten sich in Decken, denn so warm wie in Madrid oder Barcelona sind die Abende in Rottenburg nicht.

Erster von sechs Sommerleseabenden entführte in der Deutschen liebstes Urlaubsland
Mit Anmut und Grazie führte Karin Mohr, begleitet vom Trio Ralf Harwarth, Erik Soyez und Gert Baumhauer vor, dass Flamenco nicht nur ein Tanz, sondern eine Sprache ist. Schiere Bewunderung spricht aus den Blicken von Gastgeber Ernst Heimer (Bildmitte) und den meisten Zuschauern. Bild: Franke

Während sich gestern alles um Europas südwestlichsten Flächenstaat drehte, steht heute Abend Deutschlands östlicher Nachbar im Mittelpunkt des Interesses: mit dem braven Soldaten Schwejk, Böhmischen Knödeln und Vaclav Kren, von Irena Schwarz, Inka Frahm und musikalisch von Stefanie Sauter nahegebracht.

Am Dienstag ist französischer Abend. Michael Schmidt liest aus Perre Daninos „Major Thomson entdeckt die Franzosen, Isabelle Villegas singt französische Chansons und liest anschließend aus Peter Mayles „Mein Jahr in der Provence“. In der Pause werden Quiches und französische Weine serviert.

Am Mittwoch stellt Peter Kottlorz Griechenland literarisch vor, mit einem Roman, der unser heutiges Bild von der Wiege der Philosophie und der Demokratie stark beeinflusst hat: Nikos Kazantzakis‘ „Alexis Sorbas“. Dazu wird Moussaka gereicht, ein Auflauf mit Hackfleisch und Auberginen. Nach der Pause liest Kiki Schuld Sagen und Fabeln von Äsop (griechischer Dichter, um 600 vor Christus).
Den Donnerstag teilen sich literarisch die Türkei – Sümeyra Gedik liest Texte von dort – und Italien – vorgestellt von Maria Zena. Musik und Speisen gibt es von Kadir Özgür und vom Früchtehaus Gedik.

Am Freitagabend enden die 6. Rottenburger Sommerleseabende mit Romanen, Musik und deftigem Essen aus Deutschland: Dorothee Wesselburg liest aus F. L. Müllers „Als der Mond noch August hieß“, Renate Helfersdorfer aus Wolfgang Herrndorfs Jugendroman „Tschick“. dazu gibt es Musik von Eschenfelder und Schilling sowie Bratwurstweckle und Schweinebraten.

Alle Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr und finden bei jedem Wetter statt – bei Regen im Nepomuk-Haus. Die Einnahmen sind diesmal für den Förderverein Stadtbibliothek bestimmt.

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17.08.2014, 12:00 Uhr

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