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Erwin Müller
mischt wieder
mehr mit
Erwin Müller lenkt wieder mehr. Foto: Lars Schwerdtfeger
Drogeriemarkt

Erwin Müller mischt wieder mehr mit

Nach der Trennung von Führungspersonal macht der Gründer den Rücktritt vom Rücktritt.

18.01.2017
  • HELMUT SCHNEIDER

Ulm. Es gibt in der Unternehmensgeschichte des Ulmer Drogeriemarkt-Konzerns Müller neben dem zweifellosen Erfolg zumindest zwei weitere Konstanten: Dass sich der Unternehmensgründer Erwin Müller (84) in der Öffentlichkeit selten bis nie äußert und der häufige Personalwechsel im Management. Das Personalkarussell hat sich offenbar auch jetzt wieder gedreht: Zwei Manager, die noch nicht lange im Unternehmen waren, sollen laut „Lebensmittelzeitung“ wieder gegangen sein. Eine Anfrage dazu blieb gestern unbeantwortet.

Die Personalie erscheint insofern von einer gewissen Brisanz, weil der Unternehmensgründer eigentlich im operativen Geschäft etwas kürzer treten wollte. Jetzt aber schreibt das Blatt in leicht ironischem Unterton: „Erwin Müller kauft wieder selbst ein“. Müllers Mitgeschäftsführerin Elke Menold (54) will Bereiche ihrer Zuständigkeit (Einkauf, Marketing, Vertrieb, Parfümerie und Personal) abgeben. Über die Gründe spekulieren Eingeweihte: Menold sei es leid, zwischen Müller und dem Management wiederholt schlichten zu müssen.

Menold war in den vergangenen Jahren so etwas wie Müllers rechte Hand in seinem Firmenimperium geworden. Neben ihr hat der vor eineinhalb Jahren eingestellte kaufmännische Leiter Daniel Kunzi (51) noch eine Schlüsselposition inne.

Bei der Personalpolitik hatte der Patriarch bisher kein glückliches Händchen. Seinen einzigen Sohn, Reinhard Müller, der bis 2004 eine wichtige Rolle bekleidet hatte, hat der Firmengründer zurückgepfiffen. Laut „Lebensmittelzeitung“ sei derzeit nicht in Sicht, wer einmal Erwin Müllers Nachfolge an der Unternehmensleitung antreten könnte.

Zuletzt hatte Müller auch bei der Geldanlage wenig Glück. Bei Finanzspekulationen auf den Schweizer Franken verlor er vor zwei Jahren viel Geld, von rund 200 Mio. EUR ist die Rede.

Im operativen Geschäft aber bleibt Deutschlands drittgrößter Drogeriemarkt (32 000 Mitarbeiter, rund 3,6 Mrd. EUR Umsatz) erfolgreich. Auch diese Konstante setzte sich im vergangenen Jahr offenbar fort. Helmut Schneider

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18.01.2017, 06:00 Uhr

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